Ich hab mich entschieden, die Newsletter der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) hier zukünftig auszugsweise zu zitieren. Viele der Themen entsprechen auch den meines Blogs.
Gute Nachrichten aus dem Iran: Zwei Menschen vor Steinigung gerettet
Hinrichtungen von Regime-Kritikern, Steinigungen von Vergewaltigungsopfern: Die Nachrichten, die uns aus Iran erreichen, sind häufig deprimierend. Am 4. Oktober erhielt Mina Ahadi, die Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime und des Internationalen Komitees gegen die Todesstrafe, endlich wieder eine gute Nachricht: Gholam-Ali Eskandari und Gilan Mohammadi wurden an diesem Tag aus dem Gefängnis von Isfahan entlassen. Sechs Jahre lang hatte Ahadi zusammen mit anderen Menschenrechtsorganisationen für das Leben der beiden gekämpft, die wegen "außerehelichem Sex" in der Todeszelle saßen und auf ihre Steinigung warteten.
Unterlassungsklage gegen Bischof Müller in Regensburg abgeschmettert
Da es angeblich keine "Wiederholungsgefahr" gebe, wies das Bayerische Verwaltungsgericht Regensburg in einer Verhandlung Ende September die Unterlassungsklage des Philosophen Michael Schmidt-Salomon gegen den Regensburger Bischof Müller ab, der ihn in einer Predigt diffamiert hatte.
Der Vorstandssprecher der Giordano Bruno Stiftung hatte den Bischof verklagt, da dieser im Mai des vergangenen Jahres die unwahre, diffamierende Tatsachenbehauptung aufgestellt hatte, der Philosoph würde in seinen Schriften Kindstötung legitimieren, da dies u.a. bei Berggorillas ein natürliches Verhalten sei.
Die Angst vor dem kleinen Ferkel: Ferkelbuchstreit in der Schweiz
Es fing ganz harmlos an: Das Schweizer gbs-Förderkreis-Mitglied Andreas Koch wollte der Bibliothek von Hombrechtikon (einer Gemeinde im Kanton Zürich) die Kinderbücher von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke schenken. Nach eingehender Prüfung wurden die Bücher allerdings von der Bibliotheksleitung abgelehnt. Andreas Koch wollte diese Absage nicht einfach auf sich beruhen lassen und schrieb einen Leserbrief, in der er die "religiöse Zensur" beklagte und zu größerer weltanschaulicher Pluralität aufrief.
Dagegen setzte sich daraufhin Gemeindepräsident Max Baur zur Wehr, der dem Büchlein "Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel" eine "unglaubliche Beleidigung der darin aufgeführten Religionsgemeinschaften" attestierte. In der Folge griffen einige Schweizer Medien das Thema auf, woraus sich eine grundsätzliche Debatte über die weltanschauliche Pluralität der öffentlichen Institutionen entwickelte.
Humor ist, wenn man trotzdem lacht: Neue Bücher von Ralf König, Michael Kernbach und Andreas Müller
1. Ralf König: "Archetyp". "Deutschlands erfolgreichster Comiczeichner" zeigte bereits mit "Prototyp", wie unterhaltsam die Bibel sein kann, wenn man sie mit ironischer Distanz betrachtet. In dem neuen Buch "Archetyp" erzählt Ralf König nun seine knollennasig-subversive Variante der Sintflutgeschichte: Klug, witzig und wunderbar gezeichnet!
2. Michael Kernbach: "Best of Gott. Glaubenshopping leicht gemacht". Immer in derselben Religionsgemeinschaft herumzuhängen ist, so Michael Kernbach in seinem umwerfend komischen Glaubensratgeber "Best of Gott", wie "im-mer-auf-den-sel-ben-Cam-ping-platz-in-Ur-laub-fahren". Daher empfiehlt Kernbach die Kunst des "Glaubenshoppings": Warum nicht "als Buddhist aufstehen, als Christ frühstücken, Zeus ein kleines Brandopfer im Toast bringen und zur Selbstmotivation laut Odin brüllen?"
3. Andreas Müller: "Das Prometheus Trio: Die Invasion." Andreas Müller ist vielen bekannt als verantwortlicher Leiter von darwin-jahr.de sowie als Redakteur des humanistischen Pressedienstes. Mit "Das Prometheus Trio" hat er nun einen religionskritisch-satirischen Jugendkrimi vorgelegt. Wer Müllers mit spitzer Feder geschriebenen hpd-Artikel zu schätzen weiß, wird sicherlich auch Gefallen an dieser eigenartigen Mixtur aus Satire, Jugendbuch, Krimi und deftiger Religionskritik finden. Worum es in dem Buch geht, verrät der Autor in einem (aber)witzigen Interview, das er im Auftrag des hpd mit sich selbst führte.