
Es ist ja so neu nicht, dass sich diverse säkulare Gruppen untereinander schlechter verstehen oft, als zum Beispiel Atheisten mit Christen. Das ergibt manchmal erstaunliche Gegnerschaften.
Es ist ebenfalls nicht neu (und kein Geheimnis), dass ich gewissen Sympathien zu den Brights heg(t)e. Auch in diesem Blog erschien schon der eine oder andere Artikel unter dem Logo der aufgehenden Sonne. Für mich hat sich ein gewisser Abstand zu den Brights und dem Brights-Blog dadurch ergeben, dass bei den Sitzungen der Berliner Brights viel besprochen aber wenig gehandelt wurde. Die erste sozusagen öffentliche Handlung, an der zwei Mitglieder der Berliner Brights teilnahmen, war die
Veranstaltung auf dem Berliner Bebel-Platz. Und das war zu einem Zeitpunkt, als die Berliner Gruppe sich eigentlich bereits aufgelöst hat. (Und wie mir scheint, trifft das auch für die Hamburger Gruppe zu.)
Man könnte nun meinen, dass der
Brightsblog das Sprachrohr der deutschen Brights ist. Doch das ist leider nicht der Fall. Vielmehr maßt sich dort ein Einzelner an, für eine Bewegung zu sprechen. Einige der Stammkommentatoren vertreten - meiner Meinung nach - eher Positionen, die der Bewegung angemessen sind als der alleinige Macher des Blogs. Und das macht das Blog dann schon noch lesenswert.
Es gibt aber - das muss angemerkt werden - ein paar weitere, gute Blogs im Umfeld der Bewegung (siehe Linkliste rechts).
Nun aber zum Thema: BrightsBlog und GBS.
Die "
Evolutionäre Humanisten Berlin-Brandenburg e.V. (i.G.) im Förderkreis der Giordano Bruno Stiftung" haben eine Mail an alle Berliner Schulen geschickt, in der davor
gewarnt wird, dass innerhalb des Religionsunterrichtes an Berliner Schulen kreationistische Lehrmaterialien eingesetzt werden. In der Mail wurden die Schulleiter darüber informiert und gebeten, dies zu überprüfen. (Der Wortlaut der Mail findet sich
hier.)
Dass sich das offizielle (nein; eines der offiziellen)
Sprachorgane der Kirche zu Wort meldet und voller Entsetzen vor der "Überwachung des Religionsunterrichtes" warnt... war zu erwarten (und vielleicht gar gewollt.
Dass sich aber Nickpol im Brightsblog nicht entblödet, zu schreiben
Aktionen dieser Art sind kontraproduktiv und schaden dem säkularen Spektrum in diesem Lande mehr, als sie nützen.
finde ich dann doch schon ziemlich erstaunlich. Ob es daran liegt, dass er mit der GBS ein Problem hat oder daran, dass er wirklich nicht verstanden hat, dass es den Evolutionären Humanisten Berlin-Brandenburgs keinesfalls darum geht, den Religionsunterricht zu prüfen... ich weiß es nicht, vermute aber eher ersteres. Denn der Irrtum hätte sich leicht ausräumen lassen - eine Mail hätte genügt.
Sich jedoch hinzustellen und davon zu reden, dass die Aktion ein "unnützes, demagogisches und populistisches Vorgehen" (Zitat) ist, zeigt eher, dass er alles, was mit der Giordano-Bruno-Stiftung in Verbindung bringen kann, per se und zwar, weil es sich um die GBS handelt, für kritikwürdig empfindet.
Ich finde es schon sehr erstaunlich, dass er
den gleichen Denkfehler wie die kirchliche Kritiker macht: die Gleichsetzung der Berliner evolutionären Humanisten mit der GBS. (Doch darauf hat Rüdiger im Kommentar auf den BrightBlog-Artikel schon geantwortet.)
Sehr schön, was Andreas Müller beim Feuerbringer dazu schreibt:
Für Außenstehende klang das so, als gäbe es eine Auseinandersetzung innerhalb der säkularen Szene um diese Aktion. Tatsächlich gab es aufgrund der Buskampagne, ... , eine Auseinandersetzung zwischen dem Brights-Blog und der GBS (die eigentlich nichts damit zu tun hatte, aber trotzdem dafür verantwortlich gemacht wurde, dass die Kampagne nicht so lief, wie sich die Brights-Blogger das vorstellten), was darin resultierte, dass die Blogbetreiber alles schlecht und ideologisch finden, was wir [die GBS] machen, ganz egal, was es ist.
Dem ist kaum noch etwas hinzu zu fügen.
Nur: nicht alles, was sich aufgeklärt gibt, ist es tatsächlich. Und wo persönliche Gründe vor sachlichen gehen sowieso nicht.
Nic
Aufgenommen: Okt 20, 18:11