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Sonntag, 6. Dezember 2009Im Labyrinth der WillensfreiheitTrackbacks
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Folgendes ist mir nach meinem Kommentar hier noch eingefallen.
Ich finde den Gedanken amüsant, dass der Mater-ialismus vom Wort her mit Mutter zusammenhängt und sachlich offenbar auf uraltes Denken in Bildern zurückgeht. Lateinisch mater ist nämlich - wie griechisch méter, métros und métra für Gebärmutter - mit unserem Wort "Mutter" sprachverwandt. (Vgl.. Matrone, Metropole, Matrix, im- und exmatrikulieren - in der "Alma Mater", der in diesem Fall geistig "nährenden" Universität - usw. bis hin übrigens zu Mieder!) Wie das symbolische Denken etwa in Märchen besteht Bilder-Denken in Vergleichen. "In Bildern" sprechen wir noch heute vor allem mit Kindern, wenn wir ihnen Unbekanntes durch Vergleich mit Bekanntem näher bringen und verständlich machen wollen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Herkunft der Welt in prähistorischen Zeiten auf ebenso einfache Weise in Analogie zum Geburtsvorgang erklärt wurde. Damit könnte auch unser Begriff "Natur" in Zusammenhang stehen, der von lat. natus für geboren stammt. Historisch näher ist allerdings die Denk- und Redeweise, die "Erde" selbst zur "Mutter-Erde" oder Erdenmutter zu erklären, die aus sich heraus alles Lebendige gebiert. De-Meter hieß denn auch die griechische Erdgöttin, Schwester des Zeus, Tochter der Titanin Rhea (die Fließende) und Enkelin von Gaia, der Großen Mutter und Urmutter aller Götter und Göttinnen... Allerdings fände in diesem Bild nur der Ur-(oder Blasen-?!)Sprung des Lebens eine bildhafte Erklärung, nicht die Herkunft der Erde selbst oder "der Welt", auf die "Materialisten" eigentlich aus sind: die Entstehung des "Kosmos", der Weltordnung (...in ihrer ganzen Schönheit - Kosmetik)! Materialistisches Denken scheint demnach weitaus älter sein als Materialisten vermutlich ahnen. Die meisten scheinen sich nach meinem Eindruck nicht einmal bewusst zu sein, dass die Bezeichnung für ihre Glaubenshaltung von "Mutter" stammt. NB: Kelten und Germanen scheinen dagegen geglaubt zu haben, Leben komme aus dem Wasser. Jedenfalls bestatteten sie ihre Toten in Seen oder im Meer, der See. Es gibt Indizien, dass unser Wort "Seele" sich diesem Zusammenhang verdankt, während der Begriffe "Psyche" von griech. psychein für atmen stammt, ebenso wie die Bezeichnung "Spiritus Sanctus" für den "Hl. Geist" des Christentums von lat spirare kommt, das ebf. atmen bedeutet. (Spirometer nennen Mediziner ihr Atemvolumenmessgerät.) Unser Physik-Begriff dürfte dagegen die Ablösung urtümlichen matriarchalischen Denkens mit der damit einhergehenden Verehrung von Muttergottheiten und Fruchtbarkeitsgöttinnen aller Art anzeigen. Er leitet sich von griech. phýein her für erzeugen, wachsen lassen, schaffen, so dass phýsis im Altgriechischen denn auch das Gewordene, das Geschöpf oder Geschaffene bedeutete. Patriarchalisches Denken - von griech. patér Vater, Vorfahr, Schöpfer, Urheber - könnte so über die Bewusstwerdung der natürlichen Rolle von Männer in Gang gekommen sein, bis diese sogar das Kommando übernahmen und statt mit dem Bauch mit Worten Tatsachen schufen - u.a. mit der Erzählung von einem isolierten einsamen allmächtigen Gott, der sogar "die Welt" mit bloßen Worten geschaffen hat - in seiner Namensgebung "Ich bin, der ich bin" allerdings auch das Ich- bzw. Selbst-Bewusstsein in die Welt brachte... Das eigenartige und eigenartig sinnlose Ringen von Materialisten mit Theologen aller Art und Couleur, von Männern zumeist und Männern des Worts, hat somit einen Hintergrund, der mir mehr als bedenkenswert erscheint. Denn das ist nicht erst, aber vor allem in einer Zeit "nach dem Tode Gottes" durchaus möglich: Glauben ohne Glauben! |
Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Voltaire) Tagsatheismus aufklaerung berlin bloginterna brights buskamapgne DDR demokratie deutschland foto gbs geschichte gesellschaft humanismus humor internet iran iranelection islam kirche literatur medien natur philosophie piraten politik Pro Reli reisen religionen review sachbuch schmidt-salomon sozialismus tabak video
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