Eine von
Stefan Heym geschriebene Biographie über
Ferdinand Lassalle - das war ein Must-Have! Habe ich doch eine andere Biographie von ihm - den "
Radek" - regelrecht verschlungen.
Lassalle ist der Begründer des
Allgemeinen Deutschen Arbeitervereines, dem legitimen Vorgänger der heutigen SPD - und damit ein direkter Gegenspieler von Karl Marx.
Die Person Lassalles war nie unumstritten; überliefert ist, dass er neben seiner durchaus positiv zu bewertenden Tätigkeit im Sinne der Arbeiter(klasse) auch ein relativ ausschweifendes, dekadentes Leben führte - und aus den sog. "Klatschspalten" der Presse jener Zeit kaum wegzudenken war.
Auch wirkt es heute politisch eher naiv, wenn er versuchte,
Bismarck auf freundschaftlichem Wege davon zu überzeugen, der sich bildenden Arbeiterklasse (Proletariat) Rechte zuzugestehen, die sich jene nach Marx erkämpfen müssen.
Stefan Heym nun begleitet Lassalle durch sein letztes Lebensjahr (1863 - 64). Mittels Rückblenden und Erinnerungen schafft er es, die ganze widersprüchliche Persönlichkeit Lassalles lebendig werden zu lassen. Und Heym errichtet ein Denkmal, das Lassalle etwas von dem boshaften Urteil eines Marx und Engels (vgl. auch die
Marx-Biographie von Fritz J. Raddatz) wegrückt.
Schreibt Engels doch in einem Brief an Marx:
...Lassalle entpuppt sich nach und nach doch als ein ganz kommuner Schuft ... Subjektiv mag seine Eitelkeit ihm die Sache plausibel vorgestellt haben, objektiv war es eine Schufterei, ein Verrat der ganzen Arbeiterbewegung an die Preußen. [...] Ganz Baron Itzig
aus dem Anhang des Buches - Brief von F. Engels an K. Marx vom 27.01.1865
Hmm, die Herren Engels und Marx als Antisemiten? Und zudem neidisch?