Ich habe es
versprochen und nun auch gehalten: ich habe "Der Gotteswahn" von
Richard Dawkins gelesen; ach, was sag ich; verschlungen.
Seine Ideen waren mir ja durch die Bücher (u.a.) von Michael Schmidt-Salomon bekannt; aber
wie Dawkins selbst schreibt, das weniger. Und es lohnt sich, ihn zu lesen! Mir ist schon klar, woher Schmidt-Salomon seine Art Humor hat - er ist Dawkinianer... Und das kann ich nachvollziehen.
Vielleicht wurde nicht nur ich damit konfrontiert, dass die Scientologen mir Zettel in die Hand stopfen wollten, auf denen sie mit Einsteins Konterfei werben und meinen, diesen zu Ihrem Fürsprecher machen zu können. Umgekehrt würde man dies Blasphemie nennen.
Auch Dawkins geht auf die Religiosität der Naturwissenschaftler ein; also auf das, was diese (zum Beispiel Einstein) als solche benannten:
Eine geradezu mystische Reaktion auf Natur und Universum ist unter Naturwissenschaftlern und Rationalisten weit verbreitet. Sie hat nichts mit einem Glauben an Übernatürliches zu tun.
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Weiter erklärt er dann, dass diese Art der religiösen Weltverehrung eher mit einem staunenden Wundern über die Dinge wie sie sind zu tun haben als mit der Idee eines, der die Welt
gemacht hat.
Es fällt mir - ich gebe es zu - oft schwer, die Religionen zu kritisieren und ihnen den Respekt zu verweigern. Das macht es mir oft schwer, die Texte von Schmidt-Salomon oder den der
Giordano Bruno Stiftung zu lesen. Weil ich mich für tolerant halte... und Schmidt-Salomon einen Text
gegen genau diese Toleranz schrieb.
Nun verstehe ich das besser. Und will versuchen, dies nicht nur zu verstehen, sondern zu verinnerlichen:
Ich bin nicht dafür, jemanden nur um der Sache selbst willen zu beleidigen oder zu verletzen. Aber für mich ist es faszinierend und rätselhaft, dass die Religion in unserer ansonsten säkularen Gesellschaft derart unverhältnismäßige Vorrechte genießt. [...] Was ist das Besondere an der Religion, dass wir ihr einen so einzigartigen Respekt entgegenbringen?
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