Im Nachgang auf meinen Artikel Humanismus mit Biss, der eine Replik auf Frieder Otto Wolfs Positionsbestimmung des HvD war, ergab sich nicht nur in meinem Blog eine umfangreiche Diskussion zu diesem Thema. (siehe Links am Ende des Artikels) Sowohl Frieder Otto Wolfs als auch Roberts Kommentare zum Artikel haben mir einiges Gedankenfutter gegeben, weshalb ich gestern auch nichts im Blog schrieb, sondern den heutigen Artikel vorbereitete.
In einem Spektrum von auf der einen Seite fundamentalistischen Gläubigen und der anderen Seite gleichfalls so zu benennender fundamentaler Atheisten bewegt sich der
Humanistische Verband Deutschland (HvD) im eher gemäßigten Mittelfeld. Dem Bereich, dem Andreas Müller die „weichgespülten Atheisten“ ebenso zuordnet wie er auch „weichgespülte Christen“ dort sieht. Agnostiker, die nur noch nicht wissen, dass sie Atheisten sind – wie Michael Schmidt-Salomon sie nennen würde.
Das bedeutet, dass sich der Humanistische Verband nach Frieder Otto Wolfs Verständnis mit all jenen verbünden kann, die – wie er – die mittlere Position des Spektrums besetzen. Und es bedeutet gleichfalls, dass der HvD sich gegen die fundamentalistischen Randgruppen an beiden Rändern abgrenzen muss (oder will). (Vielleicht kommt daher der mehr als verunglückte Versuch, die „neuen Atheisten“ mit Rechtsradikalen gleichzusetzen.) Und so kommt es dazu, dass Frieder Otto Wolf sich gegen die Giordano Bruno Stiftung stellt. Denn bei aller Sympathie von mir für die oft witzigen und meist überaus klugen Worte eines Schmidt-Salomons oder Andreas Müller gibt es auch Punkte, an denen ich nicht mit ihnen übereinstimme.
Wenn Glauben in die Nähe geistiger Behinderung gestellt wird (also Gläubige diffamiert werden), ist das für mich nicht nur jenseits des guten Geschmacks, sondern tatsächlich auch Diskriminierung.
Insofern haben mir Frieder Otto Wolfs und Roberts Kommentare schon die Augen geöffnet und ein Nach- und Überdenken auch meiner eigenen Position angeregt.