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Dienstag, 30. Juni 2009Die Kirche lügt nie!Richtig, dies nennt man: Lüge. Wie jedoch nennt man eine Verlautbarung des katholischen Nachrichtendienstes, in der sich solche Sätze finden lassen: Deutschland ist dabei, seine Rolle als Musterbeispiel für Religionsfreiheit zu verlieren. [...] Die bewährte Trennung von Kirche und Staat werde zunehmend in Frage gestellt. Der erste Satz mag ja noch angehen, wenn man denn der Meinung ist, dass die Ausübung einer Religion genau so bewertet wird wie die Nichtausübung (und sogar Ablehnung) jeglicher solcher. Ich bin davon zwar absolut nicht überzeugt - wie die Diskussionen während der Buskampagne und die Pro-Reli-Diskurse zeigten; aber bitte... ich will ja nicht so sein. Doch dann diese Worte: "Die bewährte Trennung von Kirche und Staat"... Wie bitte? Ich schau noch mal schnell nach, von welchem Land der Autor schreibt; Deutschland kann ja nicht gemeint sein. Tatsächlich: die Rede ist von Deutschland, in der die "bewährte Trennung von Kirche und Staat" ins Wanken gerät... Also (sich zurücklehnend und tief Luft holend): Also erstens heißt es "Trennung von Staat und Kirche" um einfach mal die Relationen gewahrt zu lassen; zweitens wird nicht die Trennung infrage gestellt, sondern die Nicht-Trennung, die viel zu enge Verflechtung von Staat und Kirche. Da hat der Herr Professor Thomas Schirrmacher aber etwas gründlich missverstanden. Das schreibe ich, weil ich ihn doch nicht der Lüge bezichtigen möchte. Ich doch nicht! Denn das wären ja zwei Lügen in einem Satz. Doch was ist das? Der Autor kann sich selbst noch toppen: ausgebremst: der Lissabon-Vertrag
Die TAZ titelt: "Karlsruhe bremst Lissabon-Vertrag" und schreibt dann weiter:
Das Bundesverfassungsgericht hat den Ratifizierungsprozess in Deutschland zum EU-Reformvertrag von Lissabon vorerst gestoppt. Dem am Dienstag in Karlsruhe verkündeten Urteil zufolge ist der Vertrag zwar mit dem Grundgesetz vereinbar, aber das Begleitgesetz dazu sei verfassungswidrig, weil es Bundestag und Bundesrat keine ausreichenden Mitspracherechte einräume. Manchmal freut man sich dann doch, dass es unabhängige und vernünftige Richter gibt. Wenn man das bloß auch einmal von den Politikern sagen könnte... Nic Staat, Kirche und Steuern - die unendliche Geschichte, Teil 2Nun geht dieser Unfug in die zweite Runde: Also, Zuwanderer, kommst Du in die hiesige Kirchenprovinz, lerne: Also: der Staat ist verpflichtet, zu überprüfen, ob die Kirchen Steuern erhalten. Eine wirklich seltsame Auffassung von den Aufgaben eines säkularen Staates. Das staatliche Recht darf keine Religionsgemeinschaft gegenüber anderen Organisationen bevorzugen. Auch darf nicht gestattet werden, dass religiöse Gruppen ihre Wertvorstellungen mit Hilfe staatlicher Gesetze für andere verbindlich machen. Nic Nokia Boykott Der Vorwurf an das finnische Unternehmen Nokia, das auch in Deutschland eine eher traurige Berühmtheit erlangte, lautet: Das Unternehmen unterstützt die Diktatur im Iran mit moderner Überwachungstechnik. Und macht sich so mitschuldig an der Verhaftung und Verschleppung von Demonstranten.Auf der Webseite "Boycott Nokia for Iran Crackdown" (http://campaigns.aicongress.org/nokia) wird zum Boykott von Nokia-Geräten aufgerufen und zudem für eine Mail-Aktion geworben, mit der Nokia unter Druck gesetzt werden soll, den Vertrag mit der Regierung im Iran zu kündigen. Eine ganz persönliche Anmerkung dazu: Jemand, der mir sehr nahe steht, hat gestern sein Nokia-Handy außer Betrieb genommen und sich eines einer Konkurrenz-Firma gekauft. Das nenne ich konsequent. Nic Montag, 29. Juni 2009Internationaler Kongress 2009 - Humanismus Obwohl schon lange bekannt, kommt erst heute ein Hinweis in meinem Blog. Am Donnerstag und Freitag findet in Berlin (Friedrich-Ebert-Stiftung) der Internationale Humanismus Kongress 2009 statt. Insbesondere der vom HVD angebotenen "Lebenskundeunterricht" wird im Mittelpunkt des Kongressens stehen. Das gesamte Programm findet sich auf den Seiten des HVD Berlin. Und wieder ist keiner der Referenten ein "neuer Atheist" ... weshalb wohl? Nic
Geschrieben von Nic
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12:45
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Gesammeltes XIV
Da bleibt einem wirklich das Lachen im Halse stecken:
"Das Blockieren oder Filtern bestimmter Internet-Inhalte ist für die Europäische Union völlig inakzeptabel." Diese Worte hat EU-Medienkommissarin Viviane Reding der chinesischen Regierung ins Stammbuch geschrieben. Hat Deutschland eigentlich auch so ein Stammbuch? Nic Horst Groschopp (Hrsg.) - Humanistisches Sozialwort (Teil 2)Was sollten wir bei der Formulierung eines „Humanistischen Sozialwortes“ bedenken?Dietrich Mühlberg – ein Kulturwissenschaftler aus Berlin – versucht sich an einer Antwort dieser Frage. Er beginnt gleich mit einer Definition, die ich für recht eingängig halte: Humanismus ist eine säkulare Definition von Menschenwürde. Verletzungen dieser Würde durch Armut führen zum Verlust der Selbstachtung. Selbstachtung ist aber eine Kernbedingung für geistige Kompetenz und die soziale Fähigkeit zur Selbstbeurteilung und Selbstbestimmung. Mühlberg beschreibt im Weiteren, wie sich das Thema "neue Armut" im historischen Kontext der Arbeiterbewegung darstellt. Dazu geht er darauf ein, aus welchen Gründen und wann sich Arbeiter zusammenschlossen und welche Ergebnisse sie dadurch erreichen konnten. Er geht davon aus, dass das, was wir heute (noch) "Sozialstaat" nennen, vor allem ein Verdienst der Arbeiterbewegung ist. Aus den abstrakten Humanismus der bürgerlichen Menschenrechtserklärung war der reale Humanismus einer gesellschaftverändernden Bewegung geworden Als die Leistungen dieser Bewegung führt er aus: - das zentrale System der öffentlichen Daseinsvorsorge - Mindeststandards für die Entlohnung der Arbeit - Definition von Ansprüchen (der Arbeiter), die über den reinen Lebensunterhalt hinausgehen (Teilhabe am kulturellen Leben) Vgl. Seite 33 f. Von diesem Punkte ausgehen, untersucht der Autor dann, was von diesen Punkten noch immer (bzw. wieder) aktuell ist. Und stellt dabei fest: Inzwischen haben wir es mit einem anderen Kapitalismus und massenhaft mit neuen Formen abhängiger Beschäftigung zu tun. Viele davon suggerieren den Status des wirtschaftlichen Selbstständigen. "Horst Groschopp (Hrsg.) - Humanistisches Sozialwort (Teil 2)" vollständig lesen Sonntag, 28. Juni 2009Bilder von der Iran-Kundgebung im Lustgarten
Wie bereits angekündigt und versprochen war ich heute Abend auch bei der Kundgebung im Berliner Lustgarten und habe ein paar Bilder gemacht (Alle Fotos zum Vergrößern (1024x768) anklicken!):
![]() ![]() ![]() ![]() "Bilder von der Iran-Kundgebung im Lustgarten" vollständig lesen Horst Groschopp (Hrsg.) - Humanistisches Sozialwort (Teil 1)
Dieses Buch musste ich lesen! Bin ich doch davon ausgegangen, dass in diesem Buch Handlungsanleitungen für die Umsetzung eines humanistischen Weltbildes zu finden sein mögen.
Das ist leider nicht so ganz der Fall. Doch unabhängig davon hat mich das Büchlein gefesselt; ist doch sein Thema derzeit auch meines. In Deutschland hat die soziale Frage für die säkulare Szene lange Zeit keine zentrale Rolle gespielt; andere Themen – Horst Groschopp erwähnt in seinem Vorwort Religionskritik, Sterbehilfe, Ethikunterricht oder die Trennung von Staat und Kirche – wurden intensiver diskutiert. Seit es immer mehr soziale Einrichtungen gibt, die von Organisationen mit explizit weltlich-humanistischem Selbstverständnis unterhalten werden, wächst auch das Bedürfnis nach einer theoretischen Fundierung dieser praktischen Arbeit. Einen ersten Schritt tut dieser Aufsatzband, der Bausteine für ein humanistisches Sozialwort sammelt. Groschopp versammelt in dem Band Texte, die sich mit der theoretischen Seite eines "tätigen Humanismus" befassen; und das aus verschiedenen Blickwinkeln. Und absehen vom seinem eigenen und dem Text von Frieder Otto Wolf, sind die Aufsätze sehr verständlich geschrieben und bieten ein paar neue Sichten auf das weite Feld der humanistischen Arbeit in einer Gesellschaft, in der die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinanderklafft. Wie bereits bei meiner Besprechung der "humanismus aktuell" werde ich auf jeden einzelnen Aufsatz eingehen und mehrere Beiträge schreiben (müssen). Humanismus und organisierte BarmherzigkeitDas ist das Vorwort des Herausgebers; Groschopp führt in seinem Artikel in die Problematik ein und stellt die grundsätzlichen Ansätze der versammelten Autoren dar. Und jene auch ein wenig vor. Er schreibt, nachdem er die (auch im Zitat erwähnten) Kernthemen des Humanismus (im Weiteren immer als tätiger Humanismus zu lesen) benannte: Es geht letztlich um einen "sozialen Humanismus". Deshalb bewegen heute Humanistinnen und Humanisten stärker als zuvor zwei soziale Ideen: die unbedingte "Gleicheit" aller Menschen und die "Barmherzigkeit" allen Menschen gegenüber. (Ich meine, man sollte mal darüber nachdenken, ob es für das Wort "Barmherzigkeit" keine Entsprechung gibt; assoziiert das Wort doch einen sehr stark religiösen Hintergrund.) Dass man als Humanist alle Menschen für gleich und gleichberechtigt hält, ist Konsens. Dass man jedoch daraus auch die Folge ableiten muss, dafür zu arbeiten, noch nicht. Die Folgen, die sich ergebenden Handlungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten, sind das generelle Thema des "Humanistischen Sozialwortes". "Horst Groschopp (Hrsg.) - Humanistisches Sozialwort (Teil 1)" vollständig lesen Aufruf zur stillen Kundgebung Im Kommentar zu einem meiner Artikel wurde gerad auf die heutige stille Kundgebung in Berlin hingewiesen.Ich werde mit der Kamera vor Ort sein. Nic Samstag, 27. Juni 2009LibelleDer Osten, die Umfrage, der Beauftragte
Die Junge Welt schreibt heute auf Seite 1 darüber, welch Geistesblitze unser Ostbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Tiefensee mal wieder geäußert hat.
Da gibt der Herr Verkehrsminister beim Meinungsforschungsinstitut Emnid eine Umfrage in Auftrag: Die möchten doch bitte mal prüfen, wie die Menschen im "Sozialstaat" Deutschland denn so über die DDR denken. Doch dann, anders als erwartet, stellt sich heraus: die denken gar nicht sooo schlecht über das untergegangene Ländchen. Zwanzig Jahre nach den Ereignissen von 1989 beurteilen mehr als die Hälfte der Ostdeutschen die DDR positiv. 57 Prozent von ihnen sagten in einer Emnid-Umfrage, die DDR habe mehr gute als schlechte Seiten gehabt und man habe dort gut leben können. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, mit diesem Umfragergebnis umzugehen. Man könnte zum Beispiel darüber nachdenken, was denn an der Gesellschaft alles kritikwürdig wäre, in der wir derzeit leben, wenn die Menschen, die die Mauer überwanden, sich hinter diese zurück sehnen. Und ob man nicht auf 57% Erfahrungen hören könnte. Doch unser christlicher Sozial"demokrat" Tiefensee wählt die andere: "Der Osten, die Umfrage, der Beauftragte" vollständig lesen Freitag, 26. Juni 2009Regionalgruppe der GBS in Berlin gegründet
Ganz frisch aus dem Ticker gefischt: es gibt seit gestern auch eine Regionalgruppe der Giordano Bruno Stiftung (gbs) in Berlin!
![]() Der Vorstand: v.l.n.r.: Philipp Möller, Hellge Hauf, Adriana Schatton, Robert Maier, Rüdiger Weida Fotoquelle: hpd Der Verein ist dem Zweck und den Zielen der Giordano Bruno Stiftung verpflichtet und die Mitgliedschaft setzt voraus, dass man Fördermitglied der GBS ist. Die Verbreitung und Förderung eines modernen, evolutionären Humanismus soll durch die Teilnahme an der öffentlichen Meinungsbildung, sei es durch Medien oder Vorträge wie Veranstaltungen begleitet werden. Angestrebt wird eine Mitarbeit in gesellschaftlichen und staatlichen Gremien und eine Unterstützung von Aktionen und Initiativen der Stiftung. Quelle: wie Bild "Regionalgruppe der GBS in Berlin gegründet" vollständig lesen Gesammeltes XIII Als wir gestern an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche für Demokratie im Iran demonstrierten, rannte dort auch ein aufgeregter Mann der Kirche herum, der die Demonstranten von der Kirche fernhalten wollte.Da zeigte sich nicht nur, welch Widerspruch zwischen Anspruch und Tat bei dem Amtskirchen besteht, sondern auch, dass der Kirche offenbar Ihr Hausrecht wichtiger ist als das Leid der Menschen im Iran. Aber das muss man verstehen: schließlich waren die Versammelten alles Islamisten... Nic Wie steht's eigentlich um den Bus in Österreich?![]() Fotoquelle: www.buskampagne.at Gestern bereits meldete der hpd, dass die Kampagne - trotz der Absage der Wiener Verkehrsbetriebe - große Unterstützung findet: Die atheistische Buskampagne in Österreich stößt auf breite Zustimmung. Obwohl bisher kein einziger Bus gefahren ist. „Wir bekommen Mails von Menschen aus ganz Österreich, die nicht verstehen, warum wir die Sujets nicht auf Bussen der Wiener Linien anbringen durften" Ich hab das Gefühl, dass das dort ein wenig anders läuft als hier... Wenn sogar wildfremde Taxifahrer ihre Autos als Werbefläche anbieten. Von sich aus! Das erstaunt Nic
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Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Voltaire) Tagsatheismus aufklaerung berlin bloginterna brights buskamapgne DDR demokratie deutschland foto gbs geschichte gesellschaft humanismus humor internet iran iranelection islam kirche literatur medien natur philosophie piraten politik Pro Reli reisen religionen review sachbuch schmidt-salomon sozialismus tabak video
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