
Es gibt einige wenige Dinge, die ich nicht für tolerierbar halte. (Dabei bitte ich zu beachten, was ich unter Toleranz verstehe: das Hinnehmen einer anderen Meinung - nicht zu verwechseln mit Akzeptanz!) Zu diesem gehört jegliche Nähe zum rechten Rand des gesellschaftlichen Spektrums.

Man kann es meinetwegen auch Dummheit und politische Naivität nennen, wenn der Vize der Piratenpartei Deutschlands der Wochenzeitung "Junge Freiheit" ein Interview gibt ohne zu wissen, dass diese auch als "das Sprachrohr der „Neuen Rechten“ (
Wikipedia) eingeordnet wird.
Und da sich Andreas Popp hinterher
ehrlich erschrocken zeigte über diese Nähe, die dem Blatt nachgesagt wird, mag ihn entschuldigen.
Er ist nicht der erste, der auf diese Zeitung herein und dem es offenbar schwer fällt, die Grenzen zwischen Journalismus und Parteilichkeit zu erkennen. Ein Blick auf die Webseite der Jungen Freiheit und
das Einschalten des Gehirns etwas Nachdenken hätten allerdings genügt, um hinter den Überschriften den Tenor zu erkennen.
Es ist ja nicht so, dass rechte Gedanken heute noch unbedingt "Hau-Drauf-Parolen" benötigen; die "Neue Rechte" kommt mit Schlips und Kragen und wohlgesetzten Worten; der Geist ist jedoch noch der Gleiche.
Doch genug, ich denke, Andreas Popp wird zukünftig vorsichtiger im Umgang mit der Presse sein.

Jedoch!
Gestern taucht plötzlich der Bundesvorsitzende der Piraten, Jens Seipenbusch, in dem gleichen Blatt auf. Es gab und gibt zwar Vermutungen, dass diese Veröffentlichung eine Retourkutsche der JF gegen die Distanzierung der Piratenpartei sei...
Ob es wirklich so ist - wie Einzelne vermuten - dass der veröffentlichte Fragebogen älteren Datums ist und die JF darauf nun zurückgegriffen hat, nachdem ihr der Wind aus dem Netz ins Gesicht wehte ... ich weiß es nicht und kann es nicht einschätzen.