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Samstag, 31. Oktober 2009in eigener Sache: Pause![]() Mittwoch, 28. Oktober 2009die langfristigen Nachwehen von Pro-Reli
Damals, als die Kirchen in Berlin der Meinung waren, dass der Ethikunterricht an den Berliner Schulen abgeschafft gehöre und statt dessen Religionsunterricht ab der ersten Klasse wieder "gelehrt" werden muss... damals bei dem Pro-Reli-Streit habe ich viel geschrieben.
Kann sich einer meiner Leser noch daran erinnern, dass die Macher der Pro-Reli-Kampagne auch zu unlauteren Mitteln griffen? Zum Beispiel lancierten Sie die Mitteilung in die Medien, dass der Vorsitzende des Humanistischen Verbandes Berlin, Bruno Osuch, Stasi-Mann sei. (siehe hier) Leider ließ sich - meiner Meinung nach - der HVD davon tatsächlich beeinflussen. Es dauerte etliche Tage bis sich der HVD dann halbherzig wieder aus der Deckung wagte. Wochen später dann widerrief die Berliner Morgenpost ihre Behauptung. Das war am 19. Mai 2009. Heute - 5 Monate später - entschied das Landgericht Berlin, dass die Vorwürfe gegen Bruno Osuch seitens der Berliner Morgenpost nicht haltbar und daher nicht zu wiederholen sind. Darüber berichten heute der hpd sowie der HvD: In der mündlichen Erörterung der Sache hat das Gericht zu erkennen gegeben, dass die MfS-Akten keinen hinreichenden Mindestbestand an Tatsachen zu begründen in der Lage sind, der es rechtfertigte, solche Verdächtigungen in die Welt zu setzen. Damit widersprach das Gericht dem Verlag, der geltend gemacht hat, er habe die Veröffentlichung als zulässige Verdachtsberichterstattung aufgrund der MfS-Akten vornehmen dürfen. Der Tatbestand der Verleumdung ist also erfüllt. Damit ist allerdings bisher nur geklärt, dass die Medien diese (im hpd-Artikel im Einzelnen aufgeführten) Behauptungen nicht mehr aufstellen dürfen. Allerdings ist noch ein Verwaltungsverfahren anhängig, in dem der Birthler-Behörde die Herausgabe von Unterlagen an Dritte untersagt werden soll. Bis zur Entscheidung in der Hauptsache musste sich die Behörde verpflichten, keine Auskünfte mehr zu erteilen. Bereits auf das erste Anschreiben hin räumte die Behörde ein, dass die von ihr zunächst erteilte Auskunft (...) fehlerhaft war und dass sie diese so zukünftig nicht mehr erteilen würde. Und dann gibt es noch eine Untersuchungskommission, die der HVD selbst zur Klärung der Vorwürfe eingesetzt hat. Von der habe ich auch nichts wieder gehört. ... die langfristigen Nachwehen von Pro-Reli... Nic Katajun Amirpur - Unterwegs zu einem anderen Islam (Teil 1)Anders als das bereits rezensierte Buch "Der Islam am Wendepunkt" hat sich Frau Amirpur bemüht, die von ihr verfassten Einleitungen zu den drei (schiitischen) Denkern in einer klaren und einfachen Sprache zu halten. Sie erklärt die grundlegenden Gedanken von Mohammad Mojtahed Shabestani, Mohsen Kadivar und Hasan Yusefi Eshkevari. Alle drei sind zwar iranische Geistliche; vertreten aber die Auffassung eines "aufgeklärten Islam" und treten für eine Trennung von Staat und Religion ein. Damit stehen sie gegen die als Islamismus bezeichnete Denkströmung der Koran-Exegese (Tafsir). Wobei auch diese säkulare Strömung der Tafsir zugerechnet wird; im allgemeinen Sprachgebrauch meint "Islamismus" aber inzwischen allein die sehr rigerose Auslegung des Koran. Daher unterscheide ich (und wie mir scheint, auch Katajun Amirpur) zwischen den Extremen: auf der einen Seite ein "aufgeklärter Islam", auf der anderen der "Islamismus". In der Einleitung des Buches geht die Herausgeberin und Übersetzerin (Katajun Amirpur) auch auf die derzeitige politische Situation in Iran ein. Sie begründet so auch die Notwendigkeit, sich mit den Texten der drei zu befassen, um zu verstehen, dass der Islam mit der Diktatur der Mullahs in Iran nicht viel gemein hat. Sondern im Gegenteil eher die Religion durch die Politik diskreditiert wird. Die... Situation, die seit Jahren schon in Iran herrscht und in der der Islam sein Ansehen verliert, ließ die drei hier vorgestellten Denker eine Lesart des Islam entwickeln, die der offiziellen Irans entgegensteht und in der der Islam sein sanftes Antlitz zeigt. Im ersten Teil meiner Rezension möchte ich mich nur einem der Vorgestellten widmen: Mohammad Mojtahed ShabestariShabestari schreibt und spricht sowohl in Farsi (Persisch) als auch in Deutsch. Er übernahm 1970 die Leitung der iranischen Moschee in Hamburg. Amirpur zitiert ihn aus einem Tagesspiegel-Artikel von 2007: Die richtige Frage ist nicht: Sind Islam und Demokratie vereinbar oder nicht? Die Frage ist: Sind die Moslems heute bereit, diese Vereinbarkeit entstehen zu lassen?“, sagt Shabestari. Jede Religion sei in ständigem Wandel, „das Christentum hat sich gewandelt, das Judentum auch. Warum dürfen die Moslems ihre Religion nicht reformieren?“ Da dieser Reformgedanke Shabestaris wichtigstes Thema ist, hat Amirpur für das Buch zwei Texte ausgewählt: "Demokratie und Religiösität" und "Die Menschenrechte und das Verständnis der Religionen". Beide Texte lesen sich hervorragend; sie sind einfach und deutlich. Und erschienen beide in iranischen Zeitungen, was Shabestaris Definition von Demokratie auch hierzulande spannend macht: "Katajun Amirpur - Unterwegs zu einem anderen Islam (Teil 1)" vollständig lesen Dienstag, 27. Oktober 2009Homer Simpson evolutioniertvia YouTube Montag, 26. Oktober 2009Gibt es einen freien Willen?
Wenn ich über diese Frage nachdenke, überkommt mich immer so eine Art Unbehagen. Besonders beim Lesen von Schmidt-Salomos letztem Buch. Hier spricht der Autor dem Menschen die Möglichkeit, einen freien Willen zu haben, generell ab. Bereits bei der Buchbesprechung habe ich geschrieben: "Woran ich allerdings subjektiv wirklich zu knabbern habe, ist die logisch bewiesene Abwesenheit eines freien Willens."
Denn es ist tatsächlich schwer, sich vorzustellen, dass wir Menschen, ganz entgegen unseres subjektiven Empfindens, über unseren Taten und Gedanken nicht selbst bestimmen (bzw. nur im Rahmen unserer, nicht von uns selbst bestimmter, Möglichkeiten). Das zeigen auch die Kommentare zu meinem Artikel. Beim letzten Treffen der Berliner evolutionären Humanisten (gbsbb) habe ich länger und ausführlicher mit einem Kollegen dieses Thema diskutiert (und wir waren beide der Meinung, dass das eines ist, das mehr Beachtung und Diskussion erfordert). Ohne jedoch zu einem Ergebnis zu kommen. Denn wie gesagt: rein logisch ist mir die Negation eines freien Willens völlig klar. Allein: es wehrt sich etwas "in mir" dagegen. Nun ergab sich der Zufall, dass ich heute im Netz einen Artikel von Bernd Vowinkel fand, der sich genau mit diesem Thema "Ist der Wille frei?" (pdf) befasst. Ein, wie mir scheint, sehr guter und verständlicher Aufsatz, in dem Vowinkel genau meine (und sicherlich nicht nur meine) Vorbehalte aufgreift und - anders als Schmidt-Salomon - verschiedene Varianten des Herangehens an die Thematik darstellt. Vowinkel definiert zuerst einmal, was freier Wille bedeutet und worin er sich von Handlungsfreiheit unterscheidet. Daraufhin folgt er zwar der Begründung Schmidt-Salomons dem Grunde und der Aussagen nach - aber stellt diese Aussagen auch in Frage: Ob wir das Problem des Bewusstseins und des freien Willens in der Zukunft abschließend lösen können, hängt davon ab, inwieweit die Naturwissenschaften, die Medizin und die Psychologie experimentellen Zugang dazu haben. Als gesichert können wir jedoch festhalten, dass menschliches Denken zumindest teilweise unberechenbar ist. denn in dem Moment, da ein Faktor der Unberechenbarkeit, also des Zufalls unser Handeln bestimmt, könnte man argumentieren, dass unser Handeln von einem (zwar zufälligen, aber) freien Willen bestimmt sein könnte. Also dass der Mensch über einen freinen Willen verfügt, der nicht determiniert ist. "Gibt es einen freien Willen?" vollständig lesen in eigener (Blog)Sache
der nächste Besucher dieses Blogs wird der 10.000ste sein.
Als Preis winkt ein freundlicher Kommentar Dylan singt WeihnachtsliederDamit nicht genug: Alle Einnahmen des Künstlers aus dem Verkauf des Albums in den USA werden an die Organisation Feeding America gespendet. Somit wird ermöglicht, dass über die Feiertage in den USA mehr als 4 Mio. Mahlzeiten an mehr als 1,4 Millionen Bedürftige ausgegeben werden können. Bob Dylan wird auch auf Dauer alle Einnahmen, die das Album in den USA erzielt, an Feeding America spenden. Die Künstler-Einnahmen aus dem internationalen Verkauf des Albums werden ebenfalls auf Dauer verschiedenen Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellt. Also los! Kauft die Platte. Ihr gönnt Euch gute Musik und könnt zudem noch Euer soziales Gewissen beruhigen. Ich habe die sog. "Deluxe Edition inkl. Weihnachts-Grußkarten" bekommen - und erstaunlicherweise sehen sie Grußkarten mit Umschlag aus wie CD-Hüllen Nic Samstag, 24. Oktober 2009Khaled Hosseini - Tausend strahlende SonnenDoch dieses Buch "Tausend strahlende Sonnen" halte ich für das bessere Buch. Und das ist erstaunlich wenn man bedenkt, dass Autoren beim zweiten Buch immer an ihrem ersten gemessen werden; zumal, wenn dieses ein Bestseller war. Und häufig genug diesem Druck nicht standhalten und versagen. Anders Khaled Hosseini. Die "Tausend strahlenden Sonnen" sind Teil eines Gedichtes, das im Buch zweimal wiederholt wird. Immer dann, wenn die Lage der Protagonisten besonders hoffnungslos scheint. Dieses Buch ist eines, das die Geschichte des Landes Afghanistan nachzeichnet. Und es gibt Momente, da ist das kaum noch zu ertragen. Dieses Land wurde Zeit seiner Geschichte immer und immer wieder fremdbestimmt. Und das Volk musste sich immer mit Aggressoren von Außen auseinander setzen und gegen die Stammesfehden, die es im Inneren zerreißen, wehren. Mit dem Lesen der "tausend strahlenden Sonnen" zu einer Zeit, da der Chef der NATO um mehr Soldaten und Waffen bittet... das ist hart. Ich fühlte beim Lesen den permanenten Schmerz, den das afghanische Volk seit Jahrhunderten fühlen muss, nach. Mariam ist ein harami, ein uneheliches Kind. Als ihre Mutter sich umbringt, wird sie von ihrem Vater deshalb schnellstmöglich mit einem Schuhhändler aus Kabul verheiratet. Die junge Laila ereilt Jahre später ein ähnliches Schicksal, das sich mit dem Mariams verflicht - sehr zu deren Unwillen. Dann jedoch versuchen beide Frauen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, doch unter dem Terrorregime der Mudschaheddin und später der Taliban bleibt ihnen dazu so gut wie kein Spielraum. Und so bleibt schließlich nur ein Ausweg. "Tausend strahlende Sonnen" ist ein Buch, das den Leser in keiner Weise schont, ihn oft schreckerstarrt weiterlesen lässt, das aber auch außerordentlich behutsam mit seinen Figuren umgeht. Khaled Hosseini malt die Charaktere der beiden sehr unterschiedlichen Frauen nur durch Nuancen aus, schafft es aber, sie einem innerhalb weniger Seiten fest ans Herz wachsen zu lassen. Ein brandaktuelles Thema, verpackt in eine mitreißende Geschichte - unbedingt lesen! "Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen" vollständig lesen Das komplette Sarrazin-Interview
Man findet ja überall und als Zitat Teile aus dem skandalumworbenen Interview, das T. Sarrazin gab. Auch ich habe im Blog darüber mehrfach berichtet.
Mal völlig abgesehen vom sonstigen, sehr fragwürdigen Inhalt hat sich der Autor des Blogs "Zölibat & Mehr" die Mühe gemacht, das gesamte Interview abzuschreiben. (Vermutlich, um zu zeigen, was für tolle Dinge Sarrazin gesagt hat.) Und es steht zudem als pdf zur Verfügung: sarrazin_interview.pdf. Nun kann jeder selbst nachlesen und prüfen, was der Mann da so abgesondert hat und ob die Vorwürfe gerechtfertigt sind. Allerdings habe ich den Verdacht, dass nun, nach Verabschiedung des Koalitionsvertrages zwischen CDU/CSU und FDP an Sarrazins Worten nichts Verwerfliches mehr gefunden wird. Nic Freitag, 23. Oktober 2009Noch einmal: Henryk M. Broder
Nach meinem gestrigen Artikel über Henryk M. Broders letzte Provokation und dem zustimmenden Kommentar stelle ich heute fest, dass dieser Artikel (also Broders, nicht meiner!) kontrovers diskutiert wird.
Der Feuerbringer ist begeistert - genau wie ich - von der sehr atheistischen Aussage Broders und fordert "Broder for President!" - ich habe den Artikel bereits kommentiert: "Ich finde zwar den Artikel – vor allem sein deutlich atheistisches Statement am Ende – recht gut; aber ich trau ihm einfach nicht. Er ist zu sehr Provokateur, als dass ich ihn wirklich ernst nehmen kann." Und dieses Unbehagen, das mich trotz allem nicht verließ, scheint nicht nur mir schwer zu schaffen zu machen. So bezeichnen Hans-Jürgen Jakobs und Oliver Das Gupta in der Süddeutschen Zeitung Broder als "die Kalaschnikow des deutschen Meinungsjournalismus". In ihrem Artikel allerdings kritisieren sie Broder unter anderem auch für die von mir positiv aufgenommene Aussage, dass er sich (als Präsident des Zentralrates der Juden) für einen Dialog mit Muslimen einsetzen würde. Ich denke seit gestern darüber nach, ob man einen öffentlich wirksamen Provokateur, wie es Broder einer ist, wirklich deshalb ernst nehmen und zustimmen darf, wenn sich in dem Wust seiner Worte auch einmal einige finden, die in das eigene Weltbild passen. Dabei vor Begeisterung dann all den anderen Müll zu vergessen oder zu ignorieren, den der Autor noch so verzapft... ist das nicht ein sehr eingeschränktes Denken? Der Spiegelfechter ist jedenfalls der Meinung, dass man Broder nicht über den Weg trauen darf; auch wenn er zufällig einmal etwas schreibt, mit dem man einverstanden sein kann: Wenn die Pathologie des umtriebigen Rechtspopulisten allerdings so simpel wäre, sollte man ihn behandeln wie jeden anderen pubertierenden Gernegroß auch – einfach rechts liegen lassen. Für einen Pausenclown ist die Nichtbeachtung bekanntlich die Höchststrafe. Broders Pathologie ist allerdings nicht so einfach. Er ist ein eitler Geck, zerfressen von Hass auf das links-intellektuelle Establishment. Narzissmus und Hybris sind Broders Kardinaluntugenden. Intellektuellen Auseinandersetzungen geht der Broderliner am liebsten aus dem Weg, zu groß ist die Gefahr, entzaubert zu werden. Bekanntlich hege ich für den Journalismus von Jens Berger große Sympathie. Insofern gibt das meinen auch gestern geäußerten Zweifeln wieder neue Nahrung. "Noch einmal: Henryk M. Broder" vollständig lesen Donnerstag, 22. Oktober 2009Fehdehandschuh (vorerst) weggeräumt
Ich habe ja so meine "Probleme" mit Henryk M. Broder. Einiges von dem, was er in der ihm eigenen ungeheuer provokativen Art und Weise von sich gab, ließ mir das Gesicht aufklappen.
Doch gab es mir zu denken, dass mir in einem Kommentar beim Feuerbringer ein entschiedenes "Broder ist kein islamophober Christ!" entgegen schallte, als ich genau dies von ihm sagte. Denn nach seiner Verbrüderung mit dem unsäglichen Sarrazin und der Übernahme der Schirmherrschaft über evangelisch.de hat sich Broder für mich zu einem Gegner gemacht. (Ich vermute allerdings, dass ihn das nicht sonderlich interessiert.) Als ich dann heut bei Twitter las, dass Henryk M. Broder sich selbst für den Vorsitz des Zentralrates der Juden empfiehlt, habe ich meine spitzeste Feder genommen und die scharfe Brille und las voller Befriedigung in der TAZ "Ein Gernegroß will nach oben" : Henryk M. Broder ist ein begnadeter Selbstdarsteller. Seit er in den Siebzigerjahren an der Seite von Stefan Aust bei den St.-Pauli-Nachrichten seine Laufbahn begann, überzieht er alle, die nicht seiner Meinung sind, mit beißender Polemik. Unter Stefan Aust stieg Broder zuletzt beim "Spiegel" zur Fachkraft im Muslime-Beschimpfen auf. Broder ist so etwas wie der Dieter Bohlen des Feuilletons. Wofür er genau steht, ist allerdings weniger bekannt. Außer dafür, all jene als "Antisemiten" zu beschimpfen, die Israels Kriege nicht ganz so vorbehaltlos unterstützen wie er selbst. Zumindest der erste und der letzte Satz des Zitates finden meine volle Zustimmung. Obwohl... Henryk M. Broder ist nicht nur ein begnadeter Selbstdarsteller, er ist auch ein unglaublich guter Provokateur. Und insofern nehme ich erst einmal die Mitteilung, dass er zum Präsidenten des Zentralrates der Juden avanchieren will, nicht sonderlich ernst. Aber! Sowohl Fefe als auch Burk scheinen die Idee nicht verdammenswert an sich zu finden. Und da beide ernst zu nehmende Blogger sind oder zu sein scheinen, habe ich mir Broders Artikel im Tagesspiegel einmal genauer angesehen... Und ich sitz nun da und möchte Beifall klatschen. Und ich bin irritiert. Mein - wenn auch nicht Weltbild, so doch Broderbild - kommt ins Wanken. Ich bin überzeugt, dass es keine partikularen jüdischen Interessen gibt. Ob jemand koscher isst oder halal oder doch lieber Kassler, ist Privatsache. Ebenso wann und zu welchem Gott er betet. Religionsfreiheit beinhaltet auch das Recht, areligiös und antireligiös zu sein und sich über den eigenen und seiner Nachbarn Gott lustig machen zu können, ohne deswegen bedroht zu werden. Freiheit, Demokratie, Rechtsstaat sind die Werte, die offensiv verteidigt werden müssen. "Fehdehandschuh (vorerst) weggeräumt" vollständig lesen Mittwoch, 21. Oktober 2009Prof. Dr. Hajo Funke beim Bündnis Mitte gegen Rechtsvia Mail Nachfolgend dokumentiere ich die Rede, die Prof. Dr. Hajo Funke am Samstag bei der Gründungsveranstaltung des "Bündnis Mitte gegen Rechts" hielt: Mein Name ist Hajo Funke, ich bin Dozent an der FU. Ich bin gebeten worden, einiges zu den Ursachen solcher Gewalttaten und ihrem Kontext zu sagen und die Folgerungen daraus für eine angemessene Antwort zu ziehen. Ich danke dafür. Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Freunde Am Samstag, den 18. September um 4:00 Uhr sind zwei Iraner am U-Bahnhof Rehberge von Neo-Nazis brutal angegriffen worden. Einen der angegriffenen, den fünfundfünfzigjährigen, ich nenne ihn Rezvan, kenne ich. Er war mit - ich nenne ihn Mohsen - auf der freitäglichen Mahnwache am Brandenburger Tor gegen die Verbrechen des iranischen Regimes. Beide trafen sich mit einem Bekannten, den sie lange nicht gesehen hatten. Um etwa 4 Uhr begleitete Rezvan seinen Freund Mohsen nachhause. Sie warteten auf einer Bank in der U-Bahnhof Rehberge auf die Bahn. Sie wurden von den Angreifern gesehen. Bewusst steuerten diese vier auf die beiden zu, verwickelten sie in ein Gespräch und griffen zunächst Mohsen an. Der Hauptangreifer 175 cm Und 100 kg schwer streckte den älteren schmächtigen Mohsen mit Fäusten zu Boden und trat ihn mit der Wucht seines Gewichts ins Gesicht, auf den Schädel sowie auf den Brustkorb. Mohsen lag mit abwesenden Gesichtszügen auf dem Boden. Rezvan suchte in diesem Moment seinen Freund zu retten und ging dazwischen. Die Angreifer ließen nicht ab, zwei U-Bahnzüge mit hunderten von Menschen blieben im Bahnhof. Zwei U-bahnangestellte versuchten die Angriffe zu beenden. Rezvan erlitt durch ein Teleskopstock einen 10 cm langen Bruch des Schulterblattes. Erst nach acht bis 9 Minuten ließen die Angreifer ab, weil sie vor der Polizei zu fliehen versuchten, aber noch oben auf der U-Bahn-Station konnten zwei verhaftet werden. Soweit der Hergang. Rezvan, und zwei zivilcouragierte U-BahnAngestellte haben Mord verhindert. Inzwischen wird wegen doppelten Mordversuchs gegen drei Haupttäter ermittelt, in etwa einem halben Jahr beginnt der Prozess. Drei der vier sind in Haft. Diese Täter haben eine geplant Gewaltjagd auf Ausländer gemacht. Sie haben sich mit Teleskop und Messer und anderem bewaffnet und sich gezielt an den oberen Eingang gestellt. Sie waren keineswegs betrunken, sondern ruhig und eiskalt. Sie gehören nicht einmal eine der neonazistischen oder rechtsextremistischen Parteien an, und wohl auch keiner Kameradschaft. Sie sind Täter auf Abruf und bei Gelegenheit. Sie wohnen in der Nähe des Tatorts. All dies sind typische Merkmale rassistischer Gewalttäter in dieser Stadt, wie eine ausführliche und differenzierte Untersuchung des Berliner Verfassungsschutzes schon vor wenigen Jahren festgestellt hat. Diese Täter repräsentieren ein rassistisches, menschenfeindliches Milieu. Sie sind Wiederholungstäter, auch das ist nicht untypisch für einen Großteil der rassistischen Gewalttaten in Berlin. Diese Gewalttaten nehmen gerade in Berlin in erschreckende Maße zu. Ursachen Nach der Rechtsextremismusforschung ist Ausmaß und Zunahme solcher rassistischer Gewalttaten auch Resultat einer entgleisten Sozialisation, in der Gewalt eine alltägliche Lernerfahrung war oder ist; auch Resultat einer sozialen und ökonomischen Verelendung und nicht zuletzt Resultat eines ideologischen Resonanzbodens in einem Teil der erwachsenen und jungen Bevölkerung dieser Stadt, die zu einigen 10.000 glauben, dass es unwertes Leben gibt, die davon überzeugt sind, dass ein Zusammenleben mit Migranten und ihren Kindern nicht möglich ist und die daher diese Stadt von Emigranten säubern wollen. Es ist der antidemokratische Bodensatz, der in Zeiten der Krise nicht geringer wird. "Prof. Dr. Hajo Funke beim Bündnis Mitte gegen Rechts" vollständig lesen Michael Schmidt-Salomon liest in BerlinGenaueres dazu findet sich im Blog der Evolutionären Humanisten Berlin-Brandenburg. Dazu noch ein Hinweis in eigener Sache: da das o.g. Blog nun sozusagen offiziell eröffnet wurde, wird dort vermutlich häufiger von mir zu lesen sein. Nic Dienstag, 20. Oktober 2009no commentDer BrightsBlog und die GBS Es ist ja so neu nicht, dass sich diverse säkulare Gruppen untereinander schlechter verstehen oft, als zum Beispiel Atheisten mit Christen. Das ergibt manchmal erstaunliche Gegnerschaften.Es ist ebenfalls nicht neu (und kein Geheimnis), dass ich gewissen Sympathien zu den Brights heg(t)e. Auch in diesem Blog erschien schon der eine oder andere Artikel unter dem Logo der aufgehenden Sonne. Für mich hat sich ein gewisser Abstand zu den Brights und dem Brights-Blog dadurch ergeben, dass bei den Sitzungen der Berliner Brights viel besprochen aber wenig gehandelt wurde. Die erste sozusagen öffentliche Handlung, an der zwei Mitglieder der Berliner Brights teilnahmen, war die Veranstaltung auf dem Berliner Bebel-Platz. Und das war zu einem Zeitpunkt, als die Berliner Gruppe sich eigentlich bereits aufgelöst hat. (Und wie mir scheint, trifft das auch für die Hamburger Gruppe zu.) Man könnte nun meinen, dass der Brightsblog das Sprachrohr der deutschen Brights ist. Doch das ist leider nicht der Fall. Vielmehr maßt sich dort ein Einzelner an, für eine Bewegung zu sprechen. Einige der Stammkommentatoren vertreten - meiner Meinung nach - eher Positionen, die der Bewegung angemessen sind als der alleinige Macher des Blogs. Und das macht das Blog dann schon noch lesenswert. Es gibt aber - das muss angemerkt werden - ein paar weitere, gute Blogs im Umfeld der Bewegung (siehe Linkliste rechts). Nun aber zum Thema: BrightsBlog und GBS. Die "Evolutionäre Humanisten Berlin-Brandenburg e.V. (i.G.) im Förderkreis der Giordano Bruno Stiftung" haben eine Mail an alle Berliner Schulen geschickt, in der davor gewarnt wird, dass innerhalb des Religionsunterrichtes an Berliner Schulen kreationistische Lehrmaterialien eingesetzt werden. In der Mail wurden die Schulleiter darüber informiert und gebeten, dies zu überprüfen. (Der Wortlaut der Mail findet sich hier.) "Der BrightsBlog und die GBS" vollständig lesen
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Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Voltaire) Tagsatheismus aufklaerung berlin bloginterna brights buskamapgne DDR demokratie deutschland foto gbs geschichte gesellschaft humanismus humor internet iran iranelection islam kirche literatur medien natur philosophie piraten politik Pro Reli reisen religionen review sachbuch schmidt-salomon sozialismus tabak video
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