Ich habe mich in den letzten Wochen einige male gefragt, weshalb Katajun Amirpur - die immerhin als eine der wichtigsten Kennerinnen des Iran zu gelten hat - sich nicht zu Wort meldete und Stellung bezog zur aktuellen Situation in Iran nach der gefälschten Wahl.

Vor mir liegt nun das aktuelle Buch von Amirpur. Das sind Texte iranischer Denker, die sich mit der Modernisierung (Aufklärung) des Islam befassen. Hier jedoch insbesondere aus der Sichtweise des sunnitischen Islam. Eine Besprechnung des Buches wird folgen.
Was ich jedoch vorab jedoch schon zitieren möchte, sind Frau Amirpurs Worte aus der Einleitung zum Buch.
In der Schia gilt die Gerechtigkeit gar als eines der fünf Prinzipien des Glaubens. Doch dass Ungerechtigkeit herrsche, ist ein Vorwurf, der gerade von der iranischen Geistlichkeit immer häufiger erhoben wird - zuletzt im Zusammenhang mit der Präsidentschaftswahl vom 12. Juni 2009. In ihrer Folge, nachdem die angeblich unterlegenen Kandidaten den Vorwurf einer massiven Wahlfälschung erhoben, hat sich einmal mehr gezeigt, dass es in Iran brodelt. Millionen Menschen gingen auf die Straße und ihr Protest wurde brutal niedergeknüppelt. Seite 9
Das nenne ich dann schon eindeutige Stellungnahme - oder ist es nur, dass ich das so lese, weil ich möchte, dass Amirpur Stellung nimmt?
Im Weiteren gibt sie auch meinem Eindruck recht, wenn sie schreibt
Schon seit Jahren ergibt sich für den Beobachter das Bild, dass dem System die Gesellschaft abhanden gekommen ist. 70 Prozent aller Iraner sind jünger als 30 Jahre. Sie haben keine Erinnerungen mehr an die Revolution [1979], dafür aber die Erfahrung von real existierendem Islamismus gemacht. ... Unabhängigen Umfragen zufolge hat die Islamische Republik die am stärksten säkularisierte Bevölkerung des gesamten Nahen Ostens. ebenda
Ich bin gespannt auf das Buch...
Nic