
Vor 20 Jahren war ein ebenso gräßlich grauer Tag wie heut. Und heute spricht die ganze Welt darüber. Selbst Google gönnt dem Tag ein eigenes Logo...
Und während in meinem Twitter-Account sich jede dritte Meldung um den Mauerfall vor 20 Jahren dreht, erinnere ich mich:
In der Nacht vom neunten auf den zehnten November 1989 habe ich tief und fest in meinem volkseigenen Armee-Bett geschlafen. Als irgendwann um Mitternacht Jemand die Tür aufriss und schrie "Die Mauer ist offen!" habe ich ihn nur angemurrt: "Ruhe! Ich muss morgen wieder früh auf den Bau."
Aus dem Baustellentag wurde dann aber doch ein Baustellen-Tanz-Tag. Und so wie heut in Berlin von der Mauer kaum noch ein Betonstück zu finden ist, wurde auch das große Bauwerk geschliffen, an deren Errichtung ich beteiligt war: eine Raktenabschussanlage
irgendwo im Wald bei Bad Doberan.
Ehrlich gesagt: nicht der Fall der Mauer war für mich persönlich das einschneidenste, das prägende Erlebnis; sondern die Zeit zuvor. Als ich mit vielen anderen auf der Strasse war und bemerkte, dass ich, auch ich, etwas verändern kann.
Ich wünsche mir, dass die, die das erlebten, niemals vergessen, dass Volk Macht sein kann. Auch gegen Regierungen, die unsere Grundrechte immer mehr einschränken wollen. Bleibt wachsam und mutig!
Nic