
Heute hat die Berliner Morgenpost sich des Themas Iraner in Berlin angenommen. Und netterweise auch auf aktuelle "
Politische und kulturelle Veranstaltungen" hingewiesen. Dort wird auch die freitägliche Mahnwache hingewiesen:
Jeden Freitag ab 18.30 findet die Mahnwache für Freiheit und Demokratie im Iran auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor statt. Es wird über aktuelle politische Entwicklungen im Iran berichtet.
Das an sich ist schon erfreulich. Aber viel erfreulicher ist, dass die Morgenpost einen längeren Artikel "
Friedliche Revolution aus Berlin" veröffentlicht hat, der sich mit den Beweggründen und den Menschen befasst, die unter anderem auch die o.g. Mahnwache organisieren.
Leider ist - das muss ich zugeben - der Artikel doch sehr ... beschönigend. wenn da über die Mahnwache geschrieben wird: "
Anfangs kamen jede Woche bis zu 1000 Demonstranten, heute sind es noch um die 100" Das an sich wäre zwar wünschenswert ist aber leider sehr übertrieben. Leider. Nun, dann erklären wir das als Aufruf für eine höhere Beteiligung. Und so gibt es noch diverse sachliche Fehler in dem Text.
Doch ich möchte nicht nur meckern.
Denn es ist gut, dass auch das Haus Springer über die Thematik berichtet - und das zu dieser Zeit. Die Medien haben die Bewegung in Iran vergessen. Und reden und schreiben nur über den blödsinnigen Atomstreit.
Deshalb hoffe ich sehr, dass die Aussage des Artikels den einen oder anderen Leser erreicht und daran erinnert, dass in jenem Land Menschen leben. Menschen, die nichts, aber auch gar nichts mit der offiziellen Politik und Idiotie eines M.A. zu tun haben. Menschen, die sich danach sehnen und dafür kämpfen, frei von diesem Regime leben zu können.
Das Thema des Interviews, das die Grundlage zum Morgenpost-Artikel gab, war vor allem die Frage nach den Möglichkeiten, Unterstützung zu geben für die Aufbegehrenden in Iran. Und es ist nicht viel, was wir tun können. Außer daran immer wieder zu erinnern und die Menschen für das Thema zu sensibilisieren, das können und müssen wir. Auch deshalb ist selbst ein solch oberflächlich geratener Artikel hilfreich.
Vorerst bleibt der Exil-Gemeinschaft nur der Versuch die Verfolgten, Verschwundenen und Verhafteten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Wie jeden Freitag findet daher heute eine Mahnwache statt. Farin Fakhari wird erneut Namen verlesen: Von Studenten und anderen Menschen die nach Demonstrationen nie wieder nach Hause gekommen sind.
Nic
PS: Noch eine abschließende, kritische Bemerkung: es ist wirklich schon etwas peinlich, wenn die Online-Redaktion der Morgenpost die gedruckten Versionen der Artikel 1:1 übernimmt. Denn wenn auf einer Internetseite eine andere erwähnt wird, dann sollte es doch schon möglich sein, einen Link auf diese zu setzen.