Vor einigen Tagen erst stand die Frage im Raum: was können wir tun, um den Kampf der iranischen Jugend für Freiheit und Abschaffung des klerikalen Regimes in Iran zu unterstützen.


Und es ist sicherlich nicht so viel, was wir hier von Berlin aus tun können. Außer immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass es in Iran um grundlegende Änderungen geht. Daran, dass das medial wahrgenommene Atomprogramm des Iran vor allem einen Zweck hat: die internationale Berichterstattung von den innenpolitischen Problemen abzulenken. Anders ist auch die Schizophrenie, die der iranische Staat in dieser Frage derzeit an den Tag legt, nicht erklärbar; nicht die permanenten Provokationen und die Versuche, die Weltöffentlichkeit an der Nase herum zu führen. Allerdings muss man zugeben: es gelingt den Mullahs gut. Alle schauen wie die Kaninchen auf die Schlange "Atom" und sehen nicht hinter die potemkinschen Dörfer, die damit errichtet werden.
Das scheint so langsam auch einigen westlichen Medien aufzufallen. So schreibt die FAZ erstaunlich hellsichtig: "
Und auch der Atomstreit ist zu einer Nebelwand geworden, die den Blick des Westens daran hindern soll, die iranische Wirklichkeit wahrzunehmen. Mit ihrem geradezu grotesken Wettbewerb, mit dem sie bald zehn, bald zwanzig neue Atomanlagen ankündigt, zieht die Regierung in Teheran die Aufmerksamkeit auf die alles beherrschende Nuklearfrage und schürt erfolgreich den Konflikt, den sie zum Überleben braucht." (Quelle:
FAZ)
Weiter berichtet die FAZ im zitierten Artikel über die sich wie eine große Welle ausbreitende Solidaritätsbewegung mit dem am letzten Montag verhafteten Studentenführer Majid Tavakoli.
Um diesen zu diskreditieren und lächerlich zu machen wurde er in Frauenkleidern gezeigt und behauptet, dass er in diesen feige vor den Verfolgern flüchten wollte. Allerdings ging dieser propagandistische Trick gründlich nach hinten los: im Internet kam es zu einer großartigen Solidarisierung mit Majid Tavakoli - Männer zogen sich Schleier über und ließen sich so fotografieren: "
Wir alle sind Majid Tavakoli" !
Die FAZ schreibt dazu:
Doch was den Studentenführer diskreditieren, der Lächerlichkeit preisgeben, ja geradezu entmannen sollte, verwandelte die grüne Oppositionsbewegung in eine Kampagne zu seiner Unterstützung. „Männer mit Kopftuch“ heißt die Aktion im Internet. Bei Faceboock werden die Leser - „Macht mit (nur Männer)“ - aufgefordert, sich mit Kopftuch ablichten zu lassen. Ein Clip auf YouTube „Wir sind alle Majids“ zeigt Dutzende von Männern mit Kopftuch, manche grimmig, manche verzweifelt, manche fast unfreiwillig komisch. Junge Männer lassen Gruppenfotos mit Tschador oder Kopftuch machen Quelle: wie oben
Nic
PS: Ich hatte noch nie so viele Erwähnungen
bei Twitter wie nach der Änderung meines Avatars...