An den Reaktionen auf meinem Artikel "
Mehr Fingerspitzengefühl bitte" ist zu erkennen, dass ich mich entweder nicht deutlich genug ausgedrückt habe oder aber, dass das Thema so differenziert zu betrachten ist, dass einfache Verständigung schwer zu sein scheint.
Die bekannte Soziologin und Autorin
Necla Kelek erkennt sogar ein Versagen der deutschen Öffentlichkeit vor islamistischer Gewalt. Und zwar aus genau den genannten Gründen. Denn es ist schwierig wenn nicht gar unmöglich, eine
Religion mit den Maßstäben zu werten, die eine
Philosophie, wie es die Aufklärung ist, aufstellt.
Sie weist in einem aktuellen dpa-Interview darauf hin, dass die große Mehrheit der gläubigen Muslime nichts mit Islamisten zu tun hat:
Sie sind nicht organisiert und verabscheuen die Taten und deren Ideologie. Und haben sich von dem, was als Islam propagiert wird, gelöst. Ihr Islam ist kulturelle Identität, vielleicht Glaube.
Sie spricht in dem Interview vor allem über die in Deutschland lebenden Muslime. Es ist jedoch davon auszugehen, dass das auf den Großteil der Umma auch zu sagen ist.
Viel zu oft wird in den Medien vereinfacht. Nicht jeder gläubige Moslem hält sich an die Schrift. So wenig, wie jeder Christ sich an die seine. Doch - und das verschweigt Necla Kelek ebenfalls nicht, gibt es ein grundsätzliches Problem: der Islam will "
nicht nur das Leben der Muslime regeln, sondern auch bestimmen, wie sich die übrige Gesellschaft gegenüber den Muslimen zu verhalten hat." Und damit verstößt er grundsätzlich gegen die Werte unserer Gesellschaft, die
Jedem die gleichen Rechte einräumt (zumindest theoretisch). Daher fordert Kelek die Muslime auf, sich zu ändern: "
Die Muslime müssten sich von der Scharia lösen, sie müssen den politischen Islam ächten und sich vorbehaltlos zur Bürgergesellschaft und deren Rechte und Pflichten bekennen."
Hier muss ein aufgeklärter Islam, wie ihn zum Beispiel auch
Katajun Amirpur vorstellt, ansetzen. Denn:
Der Islam ist in diesem Sinne verantwortungslos, weil der Gläubige nur Allah gegenüber verpflichtet ist. Quelle: wie oben
Wir dürfen davor weder die Augen verschließen noch Rücksicht auf "religiöse Gefühle" nehmen und dies immer und immer wieder benennen. Doch sollten wir uns davor hüten, das Kinde mit dem Bade auszukippen und zum einen von jedem Moslem erwarten, dass er seiner Religion abschwört, nur weil sie nicht in unser Verständnis von Demokratie passt - so wie wir uns dafür hüten müssen, in jedem Moslem einen Feind der Demokratie zu sehen.
Unsere Gesellschaft ist so, wie sie ist, auch eine Errungenschaft der Aufklärung - die für mich vor allem in den
universellen Menschenrechten bestehen - und sie ist uns auch nicht in den Schoß gefallen. Sondern sie wurde erkämpft und erstritten. Vor allem gegen die christlichen Kirchen. Dies sind Werte, die ich ich unumkehrbar halte und die ich verteidige.
Und es gibt - meiner Meinung nach - tatsächlich eine
Pflicht der in Europa lebenden Muslime, sich den hier gültigen Gesetzen unterzuordnen. (Es gäbe - meiner Meinung nach sogar die Pflicht, die universellen Menschenrechte in den sog. islamischen Ländern einzufordern...) Doch solange sich zum Beispiel der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) zum Angriff auf Kurt Westergaard mit solch doppelzüngigen Mitteilungen "entschuldigt":