
Als evangelisch.de an den Start ging, habe ich
ziemlich gelästert. Inzwischen ist das Portal schon eine geraume Zeit online und zeigt sich von einer eher "kuschel-christlichen" Seite
(Made by Feuerbringer). Und ich gebe zu, dass ich dort mehr oder weniger regelmäßig vorbeischaue - wenn ich auch nicht alles gutheißen kann... gibt es doch ab und an auch einmal Artikel, die ich bemerkenswert finde.
So wie den heutigen von Andreas Gorzewski "
Der Koran bleibt in der Kopftuchfrage vage". Dieser Artikel ist schon allein deshalb lesenswert, weil hier jemand nicht von oben auf die unterdrückten muslimischen Frauen draufhaut, sondern sich die Mühe macht, ein paar Dinge sachlich darzustellen.
Nachdem der Autor kurz zusammenfasste, was die entsprechenden Suren
33, 59 und
24,31 (siehe unten) beinhalten, fährt er fort:
Obwohl die Koranverse zur Verhüllung eher vage sind, hält ein Großteil der muslimischen Theologen und Rechtsgelehrten die Verhüllung für notwendig. Unstrittig ist, dass die erwähnten Verse Sittlichkeit und Schamhaftigkeit verlangen. Wie viel und welche Art von Bedeckung dafür nötig ist, wird seit langem diskutiert. Viele Gelehrte glauben, dass der zu bedeckende Schmuck einer Frau ihre Haare einschließt.
Im Weiteren stellt er verschiedene Aussagen verschiedener Rechtsgelehrter des Islam dar, um zu resümieren:
So vielfältig wie die Deutungen der Koranverse sind auch die Arten der Verhüllung. Dabei spielen kulturelle Einflüsse, die oft auf vorislamische Zeit zurückgehen, eine wichtige Rolle. Quelle: wie oben
Damit spricht er etwas an und aus, dass auch reformierte Islamgelehrte fordern. (Zum Beispiel der Hinweis darauf, dass das Kopftuch zu Mohammads Zeiten eher einen sozialen Status ausdrückte als religiös begründet war.)
Das gefällt mir. Weil Sachlichkeit in der Diskussion ist bitter nötig,
Polemik spielt da eher
den Falschen in die Hände.
Nic
Sure 24,31: Und sag zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham hüten, ihren Schmuck nicht offen zeigen, außer dem, was (sonst) sichtbar ist. Und sie sollen ihre Kopftücher auf den Brustschlitz ihres Gewandes schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen, außer ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen, die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen (Geschlechts)trieb (mehr) haben, den Kindern, die auf die Blöße der Frauen (noch) nicht aufmerksam geworden sind. Und sie sollen ihre Füße nicht aneinanderschlagen, damit (nicht) bekannt wird, was sie von ihrem Schmuck verborgen tragen.
Sure 33, 59: O Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunterziehen. Das ist eher geeignet, daß sie erkannt und so nicht belästigt werden.