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Dienstag, 30. März 2010Jostein Gaarder – Die Frau mit dem roten Tuch
Jostein Gaarder gehört schon einige Jahre zu meinen Favoriten. Ich habe seit „Sophies Welt“ jedes Buch von ihm verschlungen, wenn auch ich zugeben muss, dass mich seine Engelsgeschichten eher irritierten. Jedoch sind mir seine zwar manchmal sehr emotionalen Bücher lieb, die sich – wenn auch aus einer anderen Sicht als der meinen – mit den grundlegenden Fragen des Lebens und der Welt auseinandersetzen. Auch wenn seine Antworten auf die Fragen oft anders ausfallen als ich sie formulieren würde. Er ist Agnostiker. Doch er weiß das (noch) nicht.
Und genau um diesen Widerstreit der konträren Erklärungsversuche der Welt geht es in seinem Buch. Die zwei Protagonisten, der Klimaforscher Steinn und die religiöse und an Wunder glaubende Solrun, treffen nach 30 Jahren zufällig wieder aufeinander. Sie waren einmal ein Paar, doch die Jahrzehnte führten sie auf völlig verschiedene Lebenswege. Das Buch arbeitet sich langsam auf einen Vorfall zu, der die beiden trennte und Auslöser wurde für die sehr verschiedenen Lebensansichten. Ich werde darüber allerdings nichts sagen; möchte ich doch, dass das Buch gelesen wird. In Form eines modernen Briefwechsels – eines Mailwechsels – wird die Geschichte erzählt. Die Handelnden sehen wir also nur aus den Augen ihrer selbst. Das macht die Geschichte zwar etwas einfacher, ermöglicht aber, dass die Einstellungen der beiden ungefiltert aufeinander prallen. Während Solrun an ein Wunder, eine Fügung glaubt, weil sich die beiden nach 30 Jahren an einem Ort wiedertreffen, der das Ende der damaligen Beziehung einläutete, erklärt Steinn das mit dem Zufall: "Kannst Du Dich erinnern, jemals ein längeres Interviews mit jemanden gelesen zu haben, der oder die nicht im Lotto gewonnen hat?" (Seite 28) – denn wir Menschen nehmen nur wahr, was außergewöhnlich ist; nie das Gewöhnliche, Normale. Solrun hingegen geht davon aus, dass es nur eine telepathische Mitteilung gewesen sein konnte, die dazu führte, dass sie beide sich zu dieser Zwit an diesem Ort wieder trafen. Dabei bleibt ungeklärt, weshalb das gerade fast auf den Tag genau nach 30 Jahren erst geschah; dachte doch Steinn noch Jahre nach der Trennung viel an seine ehemalige Geliebte. Ich bin mir nicht sicher, wem Gaarder's Sympathie gehört; zum einen lässt er Steinn ausführlich sein wissenschaftliches Weltbild darstellen und Solrun immer nur zuhören ohne sie zu einer Stellungnahme zu bringen. Das erscheint mir in diesen Diskussionen typisch: der Naturalist redet, beweist und definiert während der Gläubige dann immer nur damit kontert, dass das zwar alles schön und möglicherweise sogar richtig ist, aber Gott in diesen Gedanken fehlt. Sie scheinen nicht zu begreifen, dass es Gott oder anderes Übernatürliches nicht braucht, um die Welt zu erklären und zu begreifen. Und so hat Gaarder entweder solche Diskussionen gut beobachtet oder er selbst tendiert in diese Richtung, der die Wissenschaft zur Erklärung der Welt nicht auszureichen scheint. Andererseits lese ich das Buch vor allem auch als Ausdruck seines eigenen Ringens um die (wahrscheinliche) Wahrheit. Zumal seit seinem vorherigen Buch eine lange Zeit vergangen ist. Hier bin ich gespannt auf seine nächsten Texte, die seine Entwicklung weiterhin darstellen werden. Denn bisher kam Gaarder nicht weg von der Idee, dass wir Menschen – wenn auch nicht "ferngesteuert" so doch – schicksalsgesteuert sind. Ein "Weltgeist, der uns schreibt" kommt in verschiedenen seiner Bücher vor, nicht zuletzt auch in "Sophies Welt". Ich finde die Idee der Esoteriker, die die nicht verstandene Quark-Theorie als "Beweis" dafür nehmen, dass es in der Welt eben nicht immer mit rechten Dingen zugeht, ja eher belustigend. Und so verwundert es nicht, wenn Gaarder Solrun auch das behaupten lässt und die typisch menschliche Überheblichkeit (oder Angst) in den Mund legt: "Ich glaube nur, dass wir Menschen eine Sonderstellung haben. Wir sind die Geister im Theater des Universums."(Seite 33) Auch gelingt es Jostein Gaarder, eine weitere, typische Art der religiösen Argumentation zu entlarven. Wenn der Wissenschaftler oder Religionskritiker von einzelnen Individuen redet, die in ihrer Unvernunft Dinge tun, die nicht nur lächerlich, sondern gar gefährlich sein können, dann greift der Gegner gern zum Mittel, hier eine ganze Gruppe darin zu erkennen. "Steinn: Wer so denkt, sieht unser irdisches Dasein in der Tat als eine Art Zwischenstation, und es gibt sogar Gruppen, die sich auf einen Zusammenbruch der Biosphäre freuen, weil sie ihn für ein Zeichen halten, dass die Endzeit gekommen ist und Jesu Wiederkunft nah ist. Solrun: Aber ich finde, du solltest denen, die an ein ewiges Leben glauben, nicht die Schuld für die Zerstörung des Planeten in die Schuhe schieben." (Seite 80/81) Es steht die Frage, für oder gegen wen solche Argumentation spricht. "Jostein Gaarder – Die Frau mit dem roten Tuch" vollständig lesen Montag, 29. März 2010Nimms-Leicht-Stuhl statt Beichtstuhl - der BerichtDer Super-Bischof Mixa schickte seinen rollenden Beichtstuhl, das Beichtmobil der "Kirche in Not", nach Berlin. Das fanden wir eine prima Aktion. Es scheint ja wirklich so, als ob es in katholischen Kreisen gegenwärtig mächtig viel Beichtbedarf geben würde. Anlass war der Weltjugendtag der Berliner Diözese. Wir hatten uns im Web informiert. 400 Teilnehmer soll es da im letzten Jahr gegeben haben. Also würde wohl tüchtig was los sein am Ludwigkirchplatz in Berlin Wilmersdorf. Das wollten wir nutzen und starteten als Gemeinschaftsprojekt der Berlin – Brandenburger Vereine Evolutionären Humanisten und Kirche des Fliegenden Spaghetti Monsters eine alternative Aktion. Wir entwickelten den „Nimms – Leicht -.Stuhl“. Nicht im Dunklen, Verborgenen sollten „Sünden“ gebeichtet, sondern offen und im vollen Licht kleine Schwächen weg gelacht werden. Für die größeren war sogar ein Lebensberater des Humanistischen Verbandes dabei. Das alles sollte im festlichen Rahmen einer Heiligen Nudelmesse stattfinden. Damit diese gehalten und der „Nimms-Leicht-Stuhl“ auch aufgestellt werden konnte, wurde alles ordentlich als Demo angemeldet. In der Veranstaltungsbehörde war der KdFSM BB e.V. schon bekannt. Nach kleinen Absprachen kam das O.K. Bei der zuständigen Polizeiwache gab es noch ein paar zusätzliche Nachfragen, dann war klar, wir durften uns im gesamten öffentlichen Raum um die Ludwigskirche platzieren. Dem ganzen öffentlichen Raum? Das dann doch nicht, denn die Kirche hatte für ihre Aktivitäten eine Straße sperren lassen. Also musste dort wohl toll was steigen und wir waren auf Massen von Katholiken eingestellt. Flyer wurden gedruckt, die alle zur Heiligen Nudelmesse einluden, ein Schild für den „Nimms-Leicht-Stuhl“ gemalt und Gläser mit frischer Berliner Luft zur Vergebung kleiner und großer „Sünden“ gefüllt und gestaltet. Dann kam der Moment der Wahrheit und mit ihm gleich die erste Erkenntnis: Die Katholiken sind alle ganz brave Menschen. Oder woran sollte es sonst gelegen haben, dass das Beichtmobil während unserer Anwesenheit nicht ein einziges Mal aufgesucht wurde? Sonntag, 28. März 2010SchwanFreitag, 26. März 2010Fotos der heutigen Mahnwache für Iran"Fotos der heutigen Mahnwache für Iran" vollständig lesen Die Panikmacher
Es verwundert nur wenig, wenn eine rechtslastige Webseite voller Freude auf eine neue Studie des Berlin-Institutes für Bevölkerung und Entwicklung verweist; passt es doch in das Konzept dieses Denkens, wenn dieses Institut darüber schreibt, dass die mitteleuropäische Bevölkerung aussterben wird und dafür die muslimischen Fremden überhand nehmen.
Die Bevölkerung muslimischer Gemeinschaften wächst. Zugleich haben im vergangenen Jahrzehnt die terroristischen Angriffe muslimischer Gruppen zugenommen. Beides hat eine Diskussion über den Zusammenhang von Religion, demografischer Entwicklung und den Sicherheitsinteressen der westlichen Welt und deren Werte ausgelöst. Hier einen Zusammenhang zu konstruieren ist schon für sich allein nicht nur grob fahrlässig. Ich würde das schon als Demagogie bezeichnen. Weil – nach dieser Logik – die Zunahme eines fundamentalistischen und politischen Islam es allein darin liegt, dass das Bevölkerungswachstum in der westlichen Welt rückläufig ist. Nachdem Religion und patriarchale Familienwerte jahrzehntelang scheinbar aussichtslose Rückzugsgefechte gegen den Wertewandel der Moderne geführt haben, könnten konservative oder gar fundamentalistische Wertesysteme nun auf dem Umweg über die demografische Entwicklung wieder an Bedeutung zu gewinnen. Leider ist dieses Denken salonfähig geworden; ich erinnere nur an Sarrazins gleichlautende Äußerungen. Neben dem sicherlich nicht zu unterschätzenden Einfluss, den der Islam in großen Teilen der Welt spielt, soll doch bitte nicht vergessen werden, dass auch der christliche Fundamentalismus erstarkt; weltweit. Im südlichen Afrika und in den Elendsvierteln des südamerikanischen Kontinents sind es nicht Mullahs, die dafür sorgen, dass es keine Geburtenkontrolle gibt. Davon ausgehend könnte man also auch darauf schließen, dass die Moderne von der katholischen Kirche bedroht ist. Nur, das zu beweisen scheint nicht das Ziel der Studie gewesen zu sein. Die Ursache für die schwindende Bedeutung der Religion im täglichen Leben wird auf der einen Seite dem steigenden Bildungsstand der Bevölkerung, auf der anderen Seite dem zunehmenden Wohlstand zugeschrieben. Denn aus sozialwissenschaftlicher Sicht besteht die wesentliche soziale Funktion von Religion darin, Menschen bei der Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen und Unsicherheiten des Lebens zu unterstützen. "Die Panikmacher" vollständig lesen Nimms-Leicht-Stuhl statt Beichtstuhl
“Zum Weltjugendtag am 27. März kommt das «Beichtmobil» nach Berlin. Wie das katholische Hilfswerk «Kirche in Not» am Montag mitteilte, wird der fahrende Beichtstuhl, ein umgebauter Mini-Bus, am Ludwigkirchplatz seelsorglichen Rat anbieten und jungen Besuchern die Beichte abnehmen.”
Diese Nachricht hat unsere Hilfsbereitschaft geweckt. Vor allem, als sich heraus gestellt hat, diese Aktion ist Teil der Weltjugendtagsfeier der Berliner Diözese. Klar, die Katholische Kirche ist nicht das, was wir unbedingt mögen. Aber so, wie sie jetzt gerade gebeutelt wird, tut sie selbst uns leid. Also springen wir ihnen mal kurz bei. Obwohl sie doch gerade jegliche Glaubwürdigkeit in Sachen moralische Instanz verspielt haben, bieten sie jungen Besuchern weiterhin seelsorgerischen Rat an. Althergebracht im Dunkel des Beichstuhls soll die jugendliche Seele gerettet werden. Dabei geht das viel einfacher. In unserem “Nimms Leicht Stuhl” nämlich. Dort kann jeder öffentlich über kleine und größer Sünden berichten und über sie lachen. Hier kann aber auch jeder Platz nehmen und uns über unsere kleinen Sünden befragen. So wird die Moral wieder auf den Kopf gestellt und alle können gemeinsam erfahren: Sünde gibt es nicht, nur Verantwortung vor sich selbst und der Gesellschaft. Für die meisten jedenfalls. Katholische Würdenträger können natürlich auch in unserem Stuhl Platz nehmen und öffentlich wirkliche Sünden beichten. So geläutert laden wir sie dann auch herzlich zu unserer öffentlichen Nudelmesse ein. Nudelmesse? Ja, wir fanden, die Jünger des Fliegenden Spaghetti Monsters wären genau die Richtigen um das Ganze aufzuziehen. Die haben dann auch gleich Spaghetti gekocht und Fleischbällchen gebraten, um so eine richtige Messe mit uns zu feiern. Wer das gern mit erleben möchte: Der “Nimms-Leicht-Stuhl” steht am 27. März ab 15:00 Uhr am Ludwigkirchsplatz in 10719 Berlin Wilmersdorf. Die öffentliche Nudelmesse, zu der wir alle recht herzlich einladen, wird um 16:00 beginnen. für die Kirche des fliegenden Spaghettimonsters Berlin-Brandenburg: gez. R. Weida Donnerstag, 25. März 2010GuluWalk in Berlin"Der GuluWalk ist ein Marsch durch die Stadt, der die Aufmerksamkeit der Menschen und der internationalen Gemeinschaft auf die Bitten der Menschen lenken will, deren Kinder in der Hand von Rebellenarmeen sind, deren Kinder gefallen sind und deren Kinder überlebt haben. Immer noch sie viele Kinder verschwunden, viele sind gestorben und diejenigen, die nach Hause zurückkehren konnten, stehen vor unlösbar erscheinenden Herausforderungen - der Versöhnung mit ihren Familien und Dorfangehörigen, dem Aufbau einer Lebensgrundlage, ohne eine reguläre Schulbildung genossen zu haben, in einem zerstörten Land mit traumatisierten Menschen und mit eigenen traumatischen Erfahrungen." (Aus dem Flyer zum GuluWalk) Ablauf des GuluWalk: Samstag, 24. April 2010: 13 Uhr Versammlung am Olivaer Platz 14 Uhr Marsch über den Ku`damm 15 Uhr Kundgebung mit Musik und Reden am Breitscheidplatz Im Jahr 2005 am 24. April fand der GuluWalk das erste mal statt in der Stadt Gulu, dem Ort, dessen Name leider Sinnbild geworden ist für die Leiden von vielen Tausenden Kindern, die entführt wurden, um als Kindersoldaten misshandelt zu werden. Die Menschen veranstalteten einen Rescue Walk auf den Strassen mit Kerzen, in Erinnerung an all die Kinder, die während der 20 Jahre Krieg gefallen sind. Bald darauf fanden Gulu Aktivitäten in 100 Städten, u.a. in den USA, Japan, Frankreich und Kanada statt. In Denver, USA z.B. marschierten Tausende von Aktivistengruppen als „Unsichtbare Kinder“, die vor allem aus Kindern und Jugendlichen bestanden. Mehr Infos gibt es auf der Webseite des GuluWalks. Nic Dienstag, 23. März 2010StVO geändert
es kam ein neues Warnschild hinzu; aufzustellen 50 Meter vor einer Kirche (vorrangig katholisch):
![]() Nic Gespräch mit Karlheinz Deschner
BERLIN. (gbs/hpd) Anlässlich des kirchlichen Missbrauchsskandals führte die Deutsche-Presse-Agentur (dpa) ein Gespräch mit Karlheinz Deschner. Offensichtlich waren dessen Antworten jedoch zu pointiert, weshalb dpa plötzlich von der zugesagten Verbreitung des Interviews abrückte. Der Humanistische Pressedienst (hpd) dokumentiert nachfolgend, was deutschen Zeitungslesern vorenthalten wurde.
Herr Deschner, Sie schreiben seit Jahrzehnten eine mehrbändige „Kriminalgeschichte des Christentums“. Hat es Razzien wie im Kloster Ettal in der Kirchengeschichte schon mal gegeben? Etwas wirklich Vergleichbares kaum, zumindest schweigt meine „Kriminalgeschichte des Christentums“ hierzu ebenso wie meine Sexualgeschichte „Das Kreuz mit der Kirche“. Dazu muss man allerdings bedenken, dass die katholische Kirche – aus bösem Grund – über Jahrhunderte eine eigene Gerichtsbarkeit hatte, mit der man verhinderte, dass derart Belastendes vor den Gläubigen ausgebreitet wurde. Die Heuchelei gehört bis heute zu den widerlichsten, doch wesentlichen Charakterzügen des Christentums. Gemäß der alten Devise „si non caste caute“, wenn schon nicht keusch, dann wenigstens vorsichtig, unterschieden viele Päpste zwischen einer heimlichen und einer bekannt gewordenen Sünde, bei der sie die Strafe verdoppelten, ja verdreifachten. Gegen das Sündigen im Allgemeinen hat man selbstverständlich nichts, im Gegenteil, es ist den Herren sehr willkommen; davon leben sie. Haben Sie die immer mehr bekannt werdenden sexuellen Missbrauchsfälle an katholischen Einrichtungen überrascht? Nein, keinen Augenblick, wie gewiss keinen Kenner der kirchlichen Sexualgeschichte. Und längst laufe ich weg oder höre weg, wird das Problem, etwa in den Nachrichten, thematisiert. Überrascht hätte mich dagegen, aufs Äußerste überrascht, der Rücktritt auch bloß einiger Herren in höheren Rängen, wo man immer tut, als seien sexuelle Verfehlungen nur eine Sache des gemeinen Fußvolks! Ist sexueller Missbrauch ein neues Phänomen in der Kirchengeschichte? Sexuelle „Fehltritte“ aller Art sind so alt wie die Kirchengeschichte und sie florierten, je christlicher die Welt wurde, desto mehr. Die Klöster waren oft die reinsten Bordelle, doch mussten die armen Nonnen, aus Sittlichkeitsgründen nicht selten sogar der Beichtväter beraubt, auch mit Kindern vorlieb nehmen, mit Vierbeinern. Wie denn nur beispielhalber die Ritter des Deutschen Ordens, verpflichtet, ein Leben „allein im Dienste ihrer himmlischen Dame Maria“ zu führen, alles vögelten, was eine Vagina hatte, Ehefrauen, Jungfrauen, kleine Mädchen und, wie wir nicht ohne Grund vermuten dürfen, weibliche Tiere. Wie es ja auch im Vatikan, lange, sehr lange, recht locker zuging, etwa – einer für viele – Papst Sixtus IV, Erbauer der Sixtinischen Kapelle und eines Bordells, noch seine Schwester und Kinder besprang, sein Neffe, Kardinal Pietro Riario, sich buchstäblich zu Tode koitierte und auch noch, Ehre wem Ehre gebührt, eines der schönsten Grabdenkmäler der Welt bekam. "Gespräch mit Karlheinz Deschner" vollständig lesen Pressekonferenz der Internationale Gesellschaft für Menschenrechte zu Iran (Bonn, 26.03.2010)per Mail Termin: Freitag, 26. März 2010Beginn: 11.00 Uhr Ort: Gustav Stresemann Institut, Langer Grabenweg 68, 53175 Bonn Menschenrechte in der Islamischen Republik Iran Pressekonferenz zur 38. Jahreshauptversammlung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) – unter der Schirmherrschaft von Prof. Jerzy Buzek, Präsident des Europäischen Parlaments – Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) möchte Sie über die aktuelle Menschenrechtslage in der Islamischen Republik Iran informieren. Wir laden Sie daher herzlich zu unserer Pressekonferenz und zum Forum Menschenrechte im Iran ein (Beginn: 17.00 Uhr). Bitte beachten Sie, dass die Pressekonferenz um 30 Minuten vorverlegt wurde und jetzt bereits um 11.00 Uhr beginnt. Die Themen und die Gesprächspartner: Menschenrechte im Iran, Heute und in Zukunft - Mina Ahadi, Menschenrechtlerin, Internationales Komitee gegen Steinigung und Todesstrafe, Köln Aufbau einer Zivilgesellschaft im Iran - Reza Pahlavi, Vorsitzender der Bewegung für die Freiheit Irans Die Internationale Demokratiebewegung für den Iran - Ali Babaei, Vorstand United 4 Iran, Darmstadt Verfolgung der Bahá’í in der Islamischen Republik Iran - Dr. Emanuel Towigh, Justiziar des Nationalen Geistigen Rates der Bahá’í, Berlin Religionsfreiheit im Iran - Dr. Seyed Azmayesh, Religionswissenschaftler, Vertreter des Nematollah Sufi Ordens, Komitee für die Rechte von Studenten und Derwischen im Iran, Paris Die Ursachen des religiösen Totalitarismus im Iran - Dr. Wahied Wahdat-Hagh, Publizist und Totalitarismusforscher, European Foundation For Democracy (EFD), Berlin Initiativen zur Förderung der Menschenrechte im Iran - Martin Lessenthin, Sprecher des IGFM Vorstands, Frankfurt Mit freundlichen Grüßen Sandra Gemsjäger IGFM Presseabteilung Tel.: 069–420108–10 oder –0 Fax: 069–420108–33 eMail: kampagnen@igfm.de Montag, 22. März 2010Frühjahrsputz in Berlin
Am Samstag wurde in Berlin-Alexanderplatz geputzt. Mit Besen, Staubwedeln und Wischmopps hieß es: “Überwachungsgesetze ausmisten”. Und die Berliner Piraten waren dabei:
Quelle: YouTube
Samstag, 20. März 2010Amin Maalouf – Mörderische Identitäten
Es sind vor allem die Erfahrung seines eigen Lebens, die den Autor darüber zum Nachdenken bewegten, was dazu führen konnte, dass sich der Islam heute in einer Weise darstellt, die nicht nur, aber vor allem den Westen ängstigt. Dieses Nachdenken in Form des Essays „Mörderische Identitäten“ nach-zu-lesen ist genussvoll und lehrreich; wenn auch nicht immer unwidersprochen.
Amin Maalouf, geht von der unbedingt richtigen Prämisse aus, dass die Identität eines Mensch sich aus verschiedenen Zugehörigkeiten zusammensetzt, dieser sich zum Beispiel als Angehöriger einer Nationalität, einer Glaubensgemeinschaft, einer Fangruppe oder Ähnlichem selbst begreift; doch immer in seiner Gänze zu betrachten ist. Und sich auch nach Außen als Gesamtheit seiner Zugehörigkeiten, also: seiner Identität, darstellt. Dieser Gedanke ist mir sehr vertraut; habe ich doch auch große Probleme, wenn ich jemanden über sich sagen höre: „Ich als... meine dies oder das.“, denn das impliziert, dass der gleiche Mensch in einer anderen Zugehörigkeit sich selbst widersprechen könnte. Interessant an Maaloufs Idee der Identitäten ist jedoch die Schlussfolgerung, die er daraus zieht. Ich habe bislang stets die Tatsache betont, dass sich die Identität aus vielfältigen Zugehörigkeiten zusammensetzt [...] Oft neigt man übrigens dazu, sich gerade in seiner am stärksten angegriffenen Zugehörigkeit wiederzuerkennen [...] Die betreffende Zugehörigkeit - Hautfarbe, Religion, Sprache, Klasse etc. - beherrscht dann die gesamte Identität. Diejenigen, die sie miteinander teilen, finden sich zusammen, werden aktiv, stärken sich gegenseitig den Rücken und geben "der anderen Seite" die Schuld. Hier trifft sich Maaloufs Einschätzung mit der derer, die davon ausgehen, dass sich in einer immer fremder werdenden Welt Gruppen (Zugehörigkeiten) finden, die dem Einzelnen Halt zu geben versprechen. Und das erklärt auch, dass sich fundamentalistische Strömungen innerhalb der Religionen solch eines erstaunlichen Zulaufs erfreuen können. (Vgl. auch Seite 85: „Es besteht kein Zweifel, daß als Reaktion auf die fortschreitende Globalisierung ein verstärktes Bedürfnis nach Identität entsteht...“) Der letzte Satz des Zitats lässt mich auch an Navid Kermani denken, der schrieb, dass die in Europa lebenden Muslime den Eindruck haben (und haben müssen), „niemals dazugehören zu können - niemals gemeint zu sein, wenn ein Staatsführer oder Fernsehkommentator "wir" sagt.“(Navid Kermani - Wer ist wir? - Deutschland und seine Muslime, C.H. Beck, München, 2009, Seite 87) Wenn der einzige Zusammenhalt einer Community darin besteht, sich durch eine gemeinsame Religion von der restlichen (Mehrheits)Gesellschaft zu unterscheiden, kann gerade diese vormals nicht unbedingt wichtige Zugehörigkeit zur bestimmenden werden. Und damit zur bestimmenden Identität. "Amin Maalouf – Mörderische Identitäten" vollständig lesen
Geschrieben von Nic
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Freitag, 19. März 2010Navid Kermani zur IslamkonferenzNun ist Kermani nicht mehr Mitglied oder Teilnehmer der DIK und wird daher auch gefragt, ob ihn das ärgere. "Nein," antwortet er: "ich finde eine Rotation der unabhängigen Teilnehmer, die in der Konferenz gleichsam symbolisch die Mehrheit der nicht organisierten Muslime in Deutschland repräsentieren sollen, völlig in Ordnung oder sogar notwendig. Wir sind nun einmal von niemandem gewählt oder sonst wie legitimiert. Unser Mandat war ein geborgtes und provisorisches." Doch kritisiert er im gleichen Atemzug Milli Görüs: "Sie hätten zurücktreten oder ihre Ämter für die Dauer des Verfahrens ruhen lassen müssen. Das hätte ich für selbstverständlich gehalten und ist in Deutschland auch aus gutem Grund so üblich, ohne dass das als Schuldeingeständnis gewertet würde." Zwar relativiert er diese Aussagen einige Sätze später und wirft dem Innenminister de Maizière vor, die Vertreter eines (problematischen) fundamentalistischen Islam deshalb ausgeschlossen zu haben, um sich nicht mit dem Problem an sich auseinander setzen zu müssen. Man könnte das auch "Feigheit" nennen; Kermani ist in seiner Wortwahl diplomatischer. Ich halte fest: Kermanis Kritik wendet sich gegen beide Parteien. Milli Görüs sieht das aber anders. Unter der Überschrift "Islamkonferenz: Kein Dialog mehr, sondern ein Diktat" ist zu lesen: "Der Schriftsteller und Islamwissenschaftler Navid Kermani findet Höflichkeit und Stil der Akteure im Innenministerium für „ausbaufähig“. Er könne „den Unmut der islamischen Verbände - und nicht nur der Verbände - darüber verstehen, dass er anders als sein Vorgänger Verfahren und Inhalte von vornherein vorschreibt und vorab öffentlich verkündet. Das ist kein Dialog mehr, sondern ein Diktat“, sagte Kermani der Frankfurter Rundschau." - dabei beruft der Artikel vom Islamischen Portal sich auf genau den gleichen, hier von mir zitierten Artikel der FR. Kermanis Aussage lautet allerdings: "Das ist kein Dialog mehr, sondern ein Diktat. Das sollte man auch offen ansprechen - nur wohlgemerkt in der Islamkonferenz. Wenn die Verbände nun davonlaufen, wäre der Schaden für sie und insgesamt für die Muslime weitaus größer als der vermeintliche Nutzen, gegenüber dem Minister Stärke demonstriert zu haben. Am besten wäre es allerdings, wenn die Mandatsträger, gegen die staatsanwaltlich ermittelt wird, von ihren Ämtern zurückträten.". Der zweite Teil passte den Milli-Görüs-Autoren vermutlich dann doch nicht so gut. "Navid Kermani zur Islamkonferenz" vollständig lesen "Sozialschmarotzer" und Luxushotels
Für den oder die, der oder die nicht weiß oder wissen, wer die erwähnten Herren Urban Priol und Georg Schramm sind:
Quelle: YouTube Nic
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